Die Durststrecke des FC Uster ist vorbei
Starke Reaktion
Der FC Uster ist nach vier Spielen ohne Vollerfolg zum Siegen zurückgekehrt. Dank eines Tores in letzter Minute gewann er das Interregio-Duell gegen Wil 2 2:1.
Uster ist zurück in der Spur. Nachdem der Interregio-Aufsteiger nach vier gewonnenen Partien zum Start in die Rückrunde genauso oft sieglos geblieben war, bezwang er die zweite Mannschaft des FC Wil auswärts 2:1.
Das entscheidende Tor fiel erst in der letzten Minute der regulären Spielzeit, und erzielt wurde es ausgerechnet von Gabriel Selmanaj, der in der Startphase mit einem Fehler im Spielaufbau den einzigen Gegentreffer eingeleitet hatte.
Die Erleichterung bei Etienne Scholz war selbstredend gross. «Nun haben wir mit dem Abstieg wohl definitiv nichts mehr zu tun und können uns wieder nach vorne orientieren», sagte der Ustermer Coach, dessen Team sich mit dem Sieg auf den vierten Platz verbessert hat.
Déjà-vu verhindert
Besonders erfreut war Scholz über die Reaktion seiner Schützlinge, nachdem diese einmal mehr früh in Rückstand geraten waren. «Wir haben trotz der diesbezüglich negativen Erfahrungen die Ruhe bewahrt und ein Déjà-vu verhindert.»
Tatsächlich traf Ruben Pinnelli nach einem sehenswerten Angriff noch vor Ablauf einer halben Stunde zum Ausgleich.
Wenn beide Mannschaften tschutten wollen, kann Fussball ein schönes Spiel sein.
Etienne Scholz
Trainer FC Uster
Danach lieferten sich die beiden spielfreudigen Kontrahenten eine attraktive Partie auf Messers Schneide. «Wenn beide Mannschaften tschutten wollen, kann Fussball ein schönes Spiel sein», kommentierte Scholz das Gesehene. Dabei hatten im zweiten Abschnitt beide Teams ihre Druckphase, mit dem Unterschied, dass der FCU die seinige mit dem siegbringenden zweiten Treffer krönte.
Spielpause genutzt
Die Ustermer, die zuletzt spielfrei gewesen waren, hatten die zweiwöchige Pause genutzt, um akribisch am Spiel mit dem Ball zu arbeiten. Nachdem sie sich gegen tiefstehende Gegner in der Vergangenheit wiederholt schwergetan hatten, regte Scholz eine Veränderung der Ballbesitzstrategie an. Umso mehr, als ihn die Umstände förmlich dazu zwangen.
Uster fehlt nämlich derzeit mit dem gesperrten Topscorer Denis Dzepo nicht nur ein Mittelstürmer, sondern auch ein Sechser, der es versteht, das Spiel zu ordnen; Patrick Schlatter ist noch immer auf Reisen, und Moritz Nebel steht den Ustermern aus beruflichen und familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung.
Im Stile Brightons
Also strebten die Ustermer in Wil für einmal nicht Ballbesitz um jeden Preis an. «Wir haben uns die Lauffreudigkeit der Jungen zunutze gemacht», sagte Scholz, der mit den flinken Flügeln Dennys Gugliotta und Owen Lewis agierte und schneller attackierte als gewohnt.
Ziel ist es dabei, die gegnerischen Linien auseinanderzuziehen und Raum zu schaffen, um dann mit vertikalen Pässen in die Gefahrenzone vorzudringen. Dabei bleiben sechs Spieler stets hinten, was die Anfälligkeit auf Konter verringert. Ein Spiel, wie es derzeit Brighton & Hove Albion unter Coach Roberto De Zerbi fast in Perfektion zelebriert.
«Nahe am Jugendwahn»
Da die oben genannten drei Akteure gleichzeitig zu den älteren gehören, führt deren Abwesenheit nebenbei auch dazu, dass man bei den Ustermern die über 20-Jährigen auf dem Platz mittlerweile beinahe schon suchen muss.
«Wir wissen, dass wir uns momentan nahe am Jugendwahn bewegen», sagt Scholz und kündigte für nächste Saison bereits den Zuzug von mehreren erfahrenen Spielern an.
Wil 2 - Uster 1:2 (1:1). – Tore: 9. Egger 1:0. 25. Pinnelli 1:1. 90. Selmanaj 1:2.