So stehen die Chancen der Illnauer Eishockey-Hoffnungen
Geschwister Baechler aus Illnau
Nicolas und Alessia Baechler stehen am Anfang ihrer Laufbahnen. Doch wohin werden sie diese führen? Eine Expertise.
Nicolas und Alessia Baechler sind beide an einem Punkt angelangt, an dem sie das Schicksal über ihre Hockey-Karrieren in den eigenen Händen halten – sofern sie natürlich von grösseren Verletzungen verschont bleiben.
Das ist ein Privileg, das sich die beiden in ihrer Jugend hart erarbeitet haben. Doch wie gross ist denn das viel besungene Potenzial? Was ist tatsächlich möglich?
Kein technischer Ausnahmekönner, aber …
«Einiges», findet Michael Liniger. Als Trainer der GCK Lions hat er Nicolas Baechler in den letzten zwei Jahren trainiert und dessen Fortschritte im Alltag beobachtet. Er sagt: «Nicolas hat in den letzten Jahren einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Heute ist er nicht nur physisch eine Maschine – er weiss seinen Körper auch sehr gut einzusetzen und seine Masse gut zu bewegen.»
Es ist vor allem Baechlers Einstellung, die Liniger Eindruck macht. Er spricht von einem «sehr intelligenten und gewissenhaften Spieler», der auch neben der Schule vieles aus Eigeninitiative mache. Diese charakterlichen Stärken äussern sich auf dem Eis insbesondere im vorbildlichen defensiven Verhalten.
Wenn er seine offensiven Qualitäten entwickeln kann – ja, wer weiss, was dann noch möglich sein wird.
Michael Liniger über Nicolas Baechler
Nun geht es darum, die Explosivität zu steigern und das Offensivpotenzial auszuschöpfen. Technisch gehört er zwar nicht zu den Ausnahmekönnern. Das aber macht er wett, indem er die Scheibe gut abdeckt, Zug aufs Tor generiert und dort gute Entscheidungen trifft. Auch sein Schuss kann sich durchaus sehen lassen.
Liniger ist guten Mutes, dass sich Nicolas Baechler einen Stammplatz in der National League erkämpfen kann. «Und wenn er seine offensiven Qualitäten entwickeln kann – ja, wer weiss, was dann noch möglich sein wird.»
Im Kopf schon sehr erwachsen
Nicht minder optimistisch zeigt sich der Frauennationaltrainer Colin Muller, wenn man ihn auf Alessia Baechler anspricht. «Eine komplette Spielerin. Sie gehört zu unseren Topverteidigerinnen und hat an der WM am drittmeisten Eiszeit geschultert. Das sagt vieles.»
Es sei angesichts ihrer erst 17 Jahre bemerkenswert, wie routiniert und abgeklärt sie bereits auftrete. Von den übermächtigen Kanadierinnen und Amerikanerinnen lässt sie sich nicht einschüchtern, dem höheren Tempo kann sie folgen. «Im Kopf», so ist Muller überzeugt, «ist sie schon sehr erwachsen.»
Im Powerplay dürfte in den nächsten Jahren noch mehr kommen, ihr guter Schuss wird ihr dabei helfen.
Colin Muller über Alessia Baechler
Potenzial sieht er – interessanterweise wie Michael Liniger bei Bruder Nicolas – in der Offensive: «Im Powerplay dürfte in den nächsten Jahren noch mehr kommen, ihr guter Schuss wird ihr dabei helfen.»
Obschon ihr grosses Ziel, die amerikanische College-Liga NCAA, noch ein paar Jahre entfernt liege, sei das Interesse der Scouts bereits spürbar. «Ich habe in diversen Gesprächen gemerkt, dass sie in deren Gunst schon weit oben liegt», sagt Muller.
An einer guten Entwicklung ist dem Frauennationaltrainer auch selbst gelegen – aus purem Eigeninteresse. Das Team ist im Umbruch, und am Horizont warten die Olympischen Spiele 2026. Es ist auch an Alessia Baechler und der 19-jährigen Lara Christen, den beiden bereits heute wichtigsten Abwehrspielerinnen, es dort hinzutragen.
