Er sorgt für den letzten Pass
Oberländer Profifussballer
Dominik Schwizer hat sich in der Challenge League zu einer echten Grösse entwickelt. Mit Lausanne-Sport soll es für ihn nun nachhaltig aufwärtsgehen.
Mit einem Assist wurde es am Sonntag für einmal nichts. Der Oberländer Dominik Schwizer bediente in der Schlussphase zwar Ligatopskorer Brighton Labeau mustergültig. Der Stürmer von Lausanne-Sport vergab jedoch frei stehend, sodass es beim 2:1 im Stadtderby blieb. Der Challenge-League-Zweite machte mit dem Sieg über Stade Lausanne-Ouchy aber den nächsten kleinen Schritt Richtung Wiederaufstieg.
Schwizer hat entscheidenden Anteil daran. Mit bisher acht Assists ist der flinke Linksfuss der zweitbeste Vorlagengeber überhaupt der gesamten Liga. Dazu kommen noch zwei Tore.
«Wir haben sicher die Qualität für den Aufstieg – auch wenn das Niveau in der Challenge League in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist», sagt der ehemalige Junior des FC Egg und des FC Hinwil.
Der in Dürnten aufgewachsene Schwizer muss es wissen. Über 130-mal lief er schon auf zweithöchster Stufe auf – für Rapperswil-Jona, Vaduz, Thun und nun eben Lausanne.
Jetzt mit 26 will er endlich nachhaltig den Sprung in die Super League schaffen. Dort, wo er in der Saison 2018/2019 schon einige Male beim FC Thun reinschnupperte, bis er auf Initiative des Vereins aus dem Berner Oberland für eine Saison nochmals eine Liga tiefer nach Vaduz ausgeliehen worden war.
Europacup mit Vaduz
Schwizer erlebte eine gute Zeit in Liechtenstein, auch wenn er den temporären Wechsel zunächst als Rückschritt empfunden hatte. «Es war das Beste, was mir passieren konnte», sagt er mit Distanz. Der Flügelspieler fand nicht nur wieder seinen Rhythmus – er erlebte auch bleibende Momente.
So etwa in der Europa League, wo es Vaduz bis in die 3. Runde schaffte, ehe der arrivierte Bundesligist Eintracht Frankfurt die Endstation bedeutete. Und vor allem gelang ihm im Ländle schon einmal via Barrage der Aufstieg in die Super League. Der unterlegene Gegner? Ausgerechnet Thun. Also der Klub, bei dem er unter Vertrag stand.
Statt mit dem FCV auf höchster Stufe spielte Schwizer allerdings hinterher weiterhin in der Challenge League. «Die Klubs konnten sich nicht einigen. Auch wenn Vaduz mich gerne fest verpflichtet hätte», erinnert er sich. Schwizer kehrte somit nach Thun zurück – und erlebte ein Jahr später erneut ein Barrage-Szenario.
Nur dieses Mal ohne Happy End. Denn Thun scheiterte aufgrund der Tordifferenz aus den beiden Partien am oberklassigen FC Sion.
Nach dem Vertragsende wurde Schwizer nun im letzten Sommer auch als möglicher neuer Spieler beim Super-League-Aufsteiger Winterthur gehandelt.
Hier ist alles grösser und moderner als in Vaduz und Thun, aber der Druck ist auch grösser.
Dominik Schwizer
Und doch entschied er sich schliesslich nach einem Gespräch mit dem neuen Trainer Ludovic Magnin für einen Transfer nach Lausanne. «Hier ist alles grösser und moderner als in Vaduz und Thun, aber der Druck ist auch grösser», sagte er nach seinem Wechsel.
In Stadionnähe zu Hause
Tatsächlich brauchte Schwizer in der neuen Umgebung etwas Anlaufzeit. «Das nach dem Abstieg neu zusammengestellte Team musste sich erst finden», sagt er. Dazu gab es für ihn auch die sprachlichen Hürden im Alltag zu bewältigen.
«Mittlerweile verstehe ich aber fast alles. Und kann mich so gut durchschlagen», sagt Schwizer, der mit seiner Frau nur wenige Minuten entfernt vom heimischen Stade de la Tuilière lebt.
Sieben Runden vor dem Ende der Meisterschaft sind die Punktabstände an der Spitze der Challenge League noch immer gering. Grössere Ausrutscher darf man sich also nicht erlauben.
Und doch käme gerade im Fall des Tabellenzweiten Lausanne-Sport alles andere als die direkte Rückkehr in die höchste Spielklasse einer grossen Enttäuschung gleich. Die Romands haben das grösste Budget aller Klubs – und aufgrund der anstehenden Ligaaufstockung in der Super League gibt es sogar für einmal zwei direkte Aufsteiger.
Dazu kann selbst der Tabellendritte via Barrage den Sprung schaffen, sodass sich mehr als die Hälfte der Klubs noch immer Hoffnungen ausrechnen darf.
Den Umweg über eine Barrage würde Schwizer allerdings gerne – wann immer möglich – für einmal umgehen wollen. Man kann es ihm aufgrund seiner Erfahrungen nicht verübeln.
