Der ständige Blick zum Wetterradar
Problem-Fussballplätze in der Region
Der FC Greifensee und der FC Wald sind bei Wetterkapriolen aufgrund der Platzverhältnisse besonders betroffen. An einem Ort gibt es aber Grund zur Zuversicht.
Es ist windiges Aprilwetter für Samstag angesagt. Dichte Wolken, sonnige Abschnitte und kräftige Regengüsse sollen sich abwechseln.
Greifensees Präsident Pascal Seifert checkt regelmässig den Wetterradar und sagt deshalb: «Ich bin zuversichtlich, dass wir spielen können.» Er meint damit die Zweitliga-Heimpartie gegen Schwamendingen.
Von aussen betrachtet überrascht die mögliche Durchführung aufgrund der eher durchzogenen Wetterprognosen. Erst unlängst hatte der FCG das erste Rückrunden-Heimspiel gegen Seuzach über 24 Stunden vor Anpfiff abgesagt – trotz herrlichem Frühlingswetter.
Für Seifert ist der Entscheid kein Widerspruch. «In der Woche davor schneite es nochmals. Die Temperaturen waren tief», betont er.
Von diesem kurzen Wintereinbruch musste sich der Grossriet-Rasen erst erholen. Der Greifenseer Hauptplatz, in einem ehemaligen Moorgebiet gelegen, gilt ohnehin bei starkem Regen gerade in Richtung Wald anfällig.
Keine Änderung in Sicht
Und entsprechende Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Auf dem vorhandenen Kunstrasen kann zwar trainiert werden. Um Spiele durchführen zu können, ist er allerdings zu klein.
Der FC Greifensee ist damit einer der wenigen Zweitliga-Klubs, der bei schlechten Platzverhältnissen nicht auf eine Plastikunterlage ausweichen kann. «Eine solche Möglichkeit wäre schön. Sie ist von Vereinsseite angedacht, aber nicht absehbar», sagt Seifert.
Dieselbe Konstellation wie in Greifensee gibt es beim Drittligisten FC Wald. Mit dem Unterschied, dass die Gemeinde etwas höher gelegen und so äusseren Einflüssen nochmals stärker ausgesetzt ist.
Im Gegensatz zum FCG gibts an der Laupenstrasse auch keinen kleinen Kunstrasen, um trainieren zu können. «Für uns ist es schwierig, so eine Vorbereitung zu planen», sagt Walds Präsident Berke Türker.
Improvisieren in Wald
Bei FCW-Trainer Axel Kleinefinke war dadurch in den Wintermonaten viel Improvisationskunst gefragt – in der Turnhalle, bei Laufeinheiten oder auf dem Sandplatz in Ermenschwil. Die erste Mannschaft darf zumindest seit Kurzem einen Teil des Hauptplatzes nutzen.
Klar ist aber dadurch: Die Walder sind im Vergleich zur Konkurrenz im Nachteil. Der Leader der Gruppe 6 konnte sich so einzig im Trainingslager auf Gran Canaria wettkampfnah auf die zweite Saisonhälfte einstimmen.
«Die fehlende Praxis war beim ersten Meisterschaftsspiel in Herrliberg noch spürbar», findet Kleinefinke. Und er hofft auch, dass am Sonntag die Platzverhältnisse die Durchführung der Heimpartie gegen Uster 2 zulassen.
Beim FC Wald hatten die eigenen Platzverhältnisse schon Einfluss auf die Meisterschaft. Anfang November wurde witterungsbedingt der Spitzenkampf zu Hause gegen Kloten verschoben.
Das Spiel wurde zwei Wochen später nachgeholt – allerdings im Unterland, wo es prompt eine 2:5-Niederlage absetzte.
«Das fanden wir nicht so glücklich. Doch Kloten wollte unbedingt spielen», sagt Trainer Kleinefinke. Wald wird somit sein Heimspiel gegen Kloten im Juni bestreiten können – also in einer Phase, in der die Meisterschaft entschieden sein könnte.
FVRZ will Spiele durchboxen
«Wir versuchen, jeweils die gesamte Vorrunde durchzubringen», begründet Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb im Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) . Im Fall von Wald kam es so vorzeitig zu einem Platzabtausch, da der FC Kloten über die bessere Infrastruktur verfügt.
Der FVRZ-Funktionär bekräftigt jedoch, dass beim Erstellen der Spielpläne auf die Gegebenheiten von Klubs wie Greifensee oder Wald geachtet würde.
In Wald gibt es aber sowieso Grund zur Freude. «Es ist der letzte Winter, den wir so überstehen mussten», sagt Präsident Türker.
Der Bau eines Kunstrasens ist in vollem Gange, sodass das stete Bangen über die Durchführung der Spiele bei schlechter Witterung ein Ende nehmen wird.
