Das sind die nächsten Ustermer Judoka-Hoffnungen
Vor Grand Slam
Hinter Fabienne Kocher und Nils Stump rücken bereits neue Judokas mit viel Potenzial nach.
Zwei Judokas des JC Uster an einem Grand-Slam-Turnier. Das ist eigentlich keine Besonderheit. Fabienne Kocher (bis 52 kg) und Nils Stump (bis 73 kg) gehören bekanntlich in ihren Gewichtsklassen zu den Besten.
Beim Grand Slam im türkischen Antalya vom kommenden Wochenende taucht nun aber mit Gioia Vetterli ein neuer Ustermer Name im Aufgebot auf.
Möglich wird ihre Premiere vom Samstag durch den jüngsten Exploit beim Europacup in Warschau (POL). Die 24-Jährige gewann dort in der Gewichtsklasse bis 70 kg alle fünf Kämpfe – und sicherte sich dadurch Gold.
Besonders auch: Es war erst ihr zweiter Wettkampf nach einer längeren Verletzungspause. Vetterli steckte schon drei Kreuzbandrisse weg, ehe sie im letzten Herbst durch einen Ellenbogen-Bruch wiederholt ausgebremst wurde.
«Gioia hat nun die Chance sich auf dem nächsten Level zu etablieren», sagt Robert Wakiyama, der Präsident vom Judo-Club Uster. Er glaubt sogar, dass für sie mit einem Top-Ergebnis am Grand Slam die Qualifikation für die WM vom Mai in Doha noch möglich sein würde.
Dort fix dabei sind die erwähnten Ustermer Aushängeschilder Kocher und Stump. Letzterer verzichtet allerdings auf die Reise in die Türkei, um sich auf die WM zu fokussieren.
Er hat sich durch mehrere Top-Ergebnisse eine gute Ausgangslage erarbeitet, um die Qualifikation für Olympia zu schaffen. Im entsprechenden Ranking belegt Stump mit bereits beträchtlicher Punktzahl den vierten Platz.
Erfolge auf Stufe U23
Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen– das ist auch das Fernziel für die nachrückenden Judokas aus Uster. Also Gioia Vetterli, die 2020 an der U23-EM mit einem fünften Platz hatte aufhorchen lassen.
Oder Lukas Wittwer (bis 81 kg), der sich auf Stufe U23 sogar EM-Silber erkämpfte. Dem 24-Jährigen ist der Durchbruch in der Elite bisher verwehrt worden. Doch genauso wie seine Vereinskollegin hatte er schon einige Verletzungen zu bewältigen.
Im 2023 reichte es Wittwer beim Europacup in Warschau zu einem fünften Rang. Er scheiterte zudem an weiteren zwei Turnieren auf derselben Stufe gleich in der Startrunde.
Die Weltmeisterschaft am Persischen Golf ist für ihn dadurch ausser Reichweite geraten.
Als wichtigste Wettkämpfe der kommenden Monate nennt er deshalb EM und Militär-WM. Und auch die Olympischen Spiele von Paris hat er nicht abgeschrieben. Selbst wenn der 24-Jährige betont: «Es ist noch ein harter Weg dahin.»
Dass Wittwer das Zeug dazu hat, steht für JCU-Präsident Wakiyama ausser frage. «Man kann bis Ende 20 an Kraft und Technik entwickeln», sagt er.
Ein Lehrjahr in Asien
In den verschiedenen Elite-Kadern des Schweizer Judoverbands taucht zudem mit Delia Vetterli noch ein fünfter Ustermer Name auf.
Gioias jüngere Schwester befindet sich nach dem Abschluss am Sportgymnasium derzeit zum Trainieren und Sprachen lernen in Asien – zuerst in Südkorea und nun in Japan.
Sportlich konnte sie mit einem Sieg an den Seoul-Meisterschaften reüssieren. «Für mich ist das alles eine unvergessliche Erfahrung», meldet sie aus Kobe.
Delia Vetterli wird Anfang Juni in die Schweiz zurückkehren, um ihr Studium aufzunehmen. Offen ist noch, in welcher Gewichtsklasse die 21-Jährige inskünftig kämpfen wird (bis 70 oder 78 kg).
Dass sich hinter Kocher und Stump weitere vielversprechende Athletinnen und Athleten im Judo-Club Uster in Stellung gebracht haben, zeigte sich auch am Finalturnier der Team-SM vom November.
Sowohl die Frauen als auch die Männer holten sich dort nach zuletzt einigen vergeblichen Anläufen den Meistertitel.
Um den Ustermer Judo-Nachwuchs ist es also weiterhin gut bestellt – und das nicht nur kurzfristig. «In drei bis vier Jahren könnten wieder ein paar neue Namen aufpoppen», sagt Präsident Wakiyama.
