Diese Fragen stellen sich bei unseren Drittligisten
Vor dem Rückrundenstart
Am Wochenende nimmt die 3. Liga das Meisterschaftsprogramm wieder auf. Mitten im Aufstiegsrennen ist der FC Wetzikon – doch auch der FC Wald könnte noch ein ernsthaftes Wörtchen mitreden.
Gleich von sieben auf vier Teams ist auf diese Saison hin die Fraktion an Zweitligisten aus der Region zusammengeschrumpft.
Grund dafür ist vor allem der Abstieg von Brüttisellen-Dietlikon und Volketswil, es rückte aber auch kein entsprechender Ersatz aus der 3. Liga nach.
Und wie sieht es inskünftig aus? Wer von den zwölf Drittliga-Teams hat das Zeug für den Aufstieg im Juni? Von den üblichen Verdächtigen hat sich Pfäffikon in der Gruppe 6 längst aus dem Aufstiegskampf verabschiedet.
Spannend ist das Rennen aber trotzdem, weil sich in derselben Gruppe ein Quartett zur Meisterschaftshalbzeit echte Chancen ausrechnen kann – darunter auch zwei Klubs aus dem Oberland. Die brennendsten Fragen vor dem Start in die Rückrunde.
Hält der Höhenflug des FC Wald in der Rückrunde an?
Hält der Höhenflug des FC Wald in der Rückrunde an?
Die zwei Auswärtsniederlagen zum Ende der Vorrunde gegen die Aufstiegsfavoriten Wetzikon und Kloten änderten nichts am Gesamtbild.
Der FC Wald war die positive Überraschung der Gruppe 6 und überwinterte als Tabellenzweiter punktgleich mit Stäfa und Wetzikon. Und es spricht einiges dafür, dass der Höhenflug anhält.
In den Testspielen waren die Walder erneut äusserst treffsicher. Dazu kommt: Die ersten Hürden in der Meisterschaft müssten machbar sein, wodurch die Konkurrenz, die in Direktduellen gleich aufeinandertrifft, unter Druck gesetzt würde.
Dazu kommt die Rolle des FCW als Underdog, der nichts zu verlieren hat. Denn: Stäfa, Wetzikon oder Kloten – einem aus dem ambitionierten Trio müsste unter normalen Umständen eigentlich der Aufstieg gelingen.
Wird der FC Wetzikon seinen Anspruch gerecht?
Von der Ausstrahlung und von der sportlichen Geschichte her müsste der Aufsteiger eigentlich Wetzikon heissen. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr aber verpassten die Oberländer die Rückkehr in die 2. Liga.
Unter Druck gesetzt fühlt sich Trainer Antonio Convertito dadurch aber nicht. Er sagt: «Wir wollen aufsteigen – aber nicht um jeden Preis.»
Doch zwei Saisons nacheinander in der 3. Liga, das war der FCW zuletzt Mitte der 1980er Jahre. Zur Halbzeit besteht nun nahezu eine Patt-Situation – mit gleich vier Teams in einer verheissungsvollen Position.
Mittendrin sind auch die Wetziker, die allerdings sofort liefern müssen, um nicht in Rücklage zu geraten.
Gleich zum Start wartet der Drittliga-Dauerfavorit Kloten, der auf diese Meisterschaft hin extra die Gruppe gewechselt hat, um endlich mal aufzusteigen. Und gegen den die Wetziker in der Hinrunde eine empfindliche Niederlage erlitten.
Kann der FC Effretikon den Leader noch fordern?
Wie schwierig es sein kann, nach einem Abstieg den Tritt zu finden, dieses Phänomen musste schon manches Team erleben. In der Saison 2021/2022 wechselte der FC Effretikon zweimal den Trainer aus – und geriet dennoch mit einem nur unwesentlich veränderten Kader in eine ähnliche Schieflage wie derzeit Brüttisellen und Volketswil.
Fast wie ausgewechselt präsentieren sich die Effretiker nun in dieser Meisterschaft unter der neuen Führung von Gürkan Sentürk. Als Tabellenzweiter der Gruppe 4 sind sie derzeit der aussichtsreichste Widersacher von Leader Töss. Viele Verlustpunkte darf sich der FCE allerdings nicht leisten.
Ob die bis anhin weitgehend souverän auftretenden Winterthurer ausgebremst werden können, hängt auch vom frühen Aufeinandertreffen mit Effretikon von Anfang April ab.
Bei einem entsprechenden Resultat dürfte dadurch der Aufstiegskampf zugespitzt werden.
Werden Brüttisellen und Volketswil durchgereicht?
Brüttisellen-Dietlikon und Volketswil haben eine enttäuschende Hinrunde in der Gruppe 3 gezeigt. Für den FC Volketswil ist die Tabellensituation eigentlich nur einigermassen akzeptabel, weil er nachträglich das verlorene Spiel gegen Unterstrass 2 forfait gewann.
Ende Oktober demissionierte Trainer Sebastian Marda, doch auch mit seinem Nachfolger Antonio Limata resultierte aus drei Partien nur ein Punkt.
Ein echter Aufwärtstrend war nun auch in den Vorbereitungsspielen nicht ersichtlich (1 Sieg, 4 Niederlagen). Der FCV hat ein schwieriges Startprogramm.
Mit den zahlreichen ehemaligen Dübendorfern mit Zweitliga-Vergangenheit (im Winter kam noch Daniel Angliker vom FCD) ist aber zu viel Qualität vorhanden, um abzusteigen.
Schlechter ist die Ausgangslage für Brüttisellen. Zum Ende der Vorrunde befand sich Marcel Erismanns Team sogar mit sechs Niederlagen in Serie im freien Fall.
Und doch: Getragen vom alten Kern des FCB, müssten zumindest die Reserven von Stäfa, Altstetten und Wetzikon hinter sich gelassen werden.
