Deshalb ist der FC Dübendorf ein ganz heisser Aufstiegskandidat
Rückrundenstart in 2. Liga
In der Zweitliga-Gruppe 2 verspricht vor dem Auftakt in die zweite Meisterschaftshälfte insbesondere der Kampf an der Tabellenspitze viel Spannung. Auch Klubs aus der Region könnten dort eine Rolle spielen.
Es ist eine besondere Saison in der 2. Liga. Für einmal gibt es aufgrund der Meisterschaftsreform in der Interregio keine direkten Aufsteiger. Der Grund dafür ist eine Reduktion von 76 auf 64 Mannschaften in der 2. Liga interregional.
Der Tabellenerste der Zweitliga-Gruppe 2 muss sich deshalb noch in zwei Aufstiegsspielen gegen den Sieger der Ostschweizer Gruppe 1 durchsetzen. Diese Entscheidung wiederum kann Einfluss auf die Abstiegsentscheidung in der 2. Liga haben.
Denn nach wie vor gilt: Steigen mehr Teams aus dem Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) aus der 2. Liga interregional ab, als es Aufsteiger gibt, trifft es neben den drei schlechtesten Zweitliga-Klubs pro Gruppe zusätzliche Mannschaften.
So, wie im letzten Juni auf bittere Art und Weise den FC Volketswil als Elftklassierten.
Ein Sextett in Schlagdistanz
Ein klarer Aspirant auf Platz 1 ist vor dem Rückrundenstart vom Samstag in der Gruppe 2 noch nicht auszumachen. Leader Veltheim und den Tabellensechsten Zürich City trennen lediglich drei Punkte.
Die heissesten Kandidaten für den möglichen Sprung in die 2. Liga interregional dürften aber Veltheim, Schaffhausen 2, Dübendorf und Zürich City sein.
Der SCV nur schon deshalb, weil er bereits vor einem Jahr den «Wintermeistertitel» holte, ehe er hinterher gänzlich einbrach. Die Winterthurer dürften daher mit einem nahezu unveränderten Team entsprechend motiviert sein, sich in einem zweiten Anlauf den Gruppensieg holen zu wollen.
Ähnliches gilt für die Schaffhauser Reserven, die von 2016 bis 2018 auf Stufe Interregio gespielt hatten.
Bei Dübendorf und Zürich City fällt derweil die grosse Fluktuation im Kader nach der Vorrunde auf.
Überhaupt ist insbesondere das Konstrukt des Retortengebildes Zürich City eher ungewöhnlich. Um gleich den nächsten Aufstieg unter allen Umständen zu erzwingen, wurden nun nicht nur Spieler aus Freiburg, Selzach oder Dornach transferiert. Mehrere Neuverpflichtungen kommen sogar aus Frankreich.
Abgeschlagenes Schlusslicht
Schon eher überraschen würde hingegen nach sportlich schwierigen Zeiten die sofortige Interregio-Rückkehr des Tabellendritten Seuzach.
Und auch für den FC Gossau kommt ein neuerliches Abenteuer in der 2. Liga interregional schon aufgrund der Altersstruktur im Team eher nicht infrage.
Ein solides Punktepolster zur Gefahrenzone haben derzeit die im Mittelfeld klassierten Greifensee und Rüti.
Am unteren Ende der Rangliste braucht es gerade von Schlusslicht Beringen eine deutliche Steigerung, um nicht nach nur einer Saison wieder abzusteigen. Die Differenz zum Strich (Herrliberg) beträgt bereits satte acht Punkte.

Mit Blick über die Saison hinaus
Das Gros der Gossauer Leistungsträger ist schon etwas in die Jahre gekommen. Und dennoch startet der FCG am Wochenende – vor dem punktgleichen Dübendorf – als bestes Zweitliga-Team aus der Region in die zweite Meisterschaftshälfte.
Ein mögliches Comeback in der 2. Liga interregional (Gossau spielte von 2014 bis 2016 dort) ist aber trotz der verheissungsvollen Ausgangslage kein Thema.
«Wenn wir einen Platz unter den Top 6 erreichen, können wir zufrieden sein», sagt Trainer Andreas Häsler. Und die Gossauer haben schon etwas vorgesorgt, da die Wahrscheinlichkeit für einen Umbruch im Sommer nicht kleiner wird.
Mit Jan Weickgenannt (von Wetzikon 2), Dario Zöbeli (Dübendorf), Manuel Kriz und Matteo Piras (beide Uster 2) wurden junge Spieler dazugeholt.

Das grosse Aufrüsten
Nimmt der FC Dübendorf nach einem ersten Intermezzo von 2017 bis 2019 einen neuen Anlauf in Richtung 2. Liga interregional?
Die Transferoffensive in der Winterpause macht jedenfalls den Anschein. Mit Guido Bischofberger (von Seefeld) und Joâo Miguel Pereira (Bassersdorf) spielen zwei eigentliche Torjäger neu für die Glattaler. Beide hatten in der Vorrunde je zehnmal für ihren bisherigen Verein getroffen.
Als Eckpfeiler angedacht war auch der langjährige Erstliga-Spieler Timo Todzi. Die Neuverpflichtung vom FC Thalwil verletzte sich allerdings schon im ersten Testspiel und dürfte aufgrund der Knieverletzung noch eine Weile ausfallen.
Grund genug für den FCD, um nochmals kurz vor Transferschluss mit Ali Aliji und dem ehemaligen Rütner Adilj Sejdiji nachzulegen. Beide liefen bis anhin für den Interregio-Verein Ibach auf.
Diese und noch weitere Neuverpflichtungen dürften die Abgänge mehr als nur vergessen lassen, sodass die Dübendorfer ein ganz heisser Kandidat für Platz 1 sind.

Bewegung nur an der Seitenlinie
Alles wie fast immer. Null Zuzüge stehen null Abgängen im Kader gegenüber. Der FC Greifensee bleibt damit seinem Ruf als etwas graue Maus der 2. Liga einmal mehr gerecht.
Bewegung gab es dafür im Staff – einmal mehr. So ist Felix Bollmann nach vier Jahren aufs Grossriet zurückgekehrt. «Er war bis anhin der erfolgreichste Trainer beim FC Greifensee», sagte Sportchef Raphael Schoch bei der Bekanntgabe.
Das Comeback von Bollmann ist verbunden mit der Hoffnung auf endlich wieder mehr Kontinuität an der Seitenlinie. In vier der fünf letzten Winterpausen musste der FCG nämlich jeweils auf Trainersuche. Bollmanns Vorgänger Gianni Reggio war gerade mal eine halbe Saison lang in Greifensee tätig gewesen.
Bollmann kann dafür auf gleich zwei Assistenten an seiner Seite bauen. Neben dem bisherigen Raffaele Grillone fungiert neu Simon Schaich. Der langjährige Mittelfeldspieler musste nach dem dritten Kreuzbandriss im letzten Spätherbst seine Karriere beenden.

Eine attraktive Wundertüte
Die bisherige Saison war für den FC Rüti erneut eine Berg-und-Tal-Fahrt.
Die Oberländer starteten mit drei Siegen und 17:9 Toren furios in die Meisterschaft, blieben aber hinterher auch acht Pflichtspiele lang ohne Erfolgserlebnis. Und der FCR kassierte Gegentore à gogo.
Er fand aber auch im Endspurt der Hinrunde nochmals mit drei Siegen in die Spur. Die Rütner bleiben damit weiterhin eine attraktive Wundertüte.
Kein Team in der Gruppe schoss so viele Tore (48), ausser dem abstiegsgefährdeten Bassersdorf kassierte allerdings auch keine Mannschaft mehr Gegentreffer (41). In der Offensive bleiben die Brüder Taulant und Edison Syla mit total 31 Toren das Mass aller Dinge.
Kaum ins Gewicht fallen dürften die Abgänge. Aussenspieler Jens Saethre ist nach Stäfa zurückgekehrt, und Dennis Aberia versucht sein Glück beim Erstligisten Linth 04.
Demgegenüber steht Daniele Demasi – die einzige externe Winter-Neuverpflichtung wird im April 41 Jahre alt. Er amtet neu als Assistenztrainer, dürfte aber auch dann und wann auf dem Feld auflaufen. Trainer Ursal Yasar und Demasi kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim FC Uster.
