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Der FC Uster schlägt forsche Töne an

Der FC Uster hat in der Winterpause die Abgänge einiger Leistungsträger hinnehmen müssen. Dennoch will der Aufsteiger eine gute Rolle im Spitzenfeld der Interregio-Gruppe 5 einnehmen.

Wollen wieder jubeln: Die Spieler des FC Uster haben sich einen Spitzenplatz zum Ziel gesetzt.

Foto: Christian Merz

Der FC Uster schlägt forsche Töne an

FCU vor Rückrunde

Der FC Uster hat in der Winterpause die Abgänge einiger Leistungsträger hinnehmen müssen. Dennoch will der Aufsteiger eine gute Rolle im Spitzenfeld der Interregio-Gruppe 5 einnehmen.

Der FC Uster scheint gerüstet. Fünf der sechs Partien in der Vorbereitung hat der Interregio-Aufsteiger gewonnen. Die einzige Niederlage resultierte gegen die in der 1. Liga spielende U21 der Grasshoppers (0:1).

Bei der Hauptprobe wurde Lokalrivale Gossau gleich 5:0 geschlagen. «Duelle mit Gossau haben nie Freundschaftsspiel-Charakter», betont Trainer Etienne Scholz. Dazu passen auch die beiden Platzverweise im Spiel. Can Bozkir bekam dafür nun sogar zwei Sperren aufgebrummt.

Für den FCU geht es somit ohne den Mittelfeldakteur zum Auftakt am Sonntag gegen den unter dem Relegationsstrich klassierten Rapperswil-Jona 2.

Deshalb hat das Ustermer Team so hohe Ziele

Als Tabellensiebter ist der FCU zur Meisterschaftshalbzeit sehr solide klassiert. Philipp Bünter, Leiter Aktive im Verein, sagte unlängst: «Wenn wir im Frühling ähnlich abschneiden, können wir sicher zufrieden sein.»

Mannschaft und Trainer reicht dies aber nicht. «Wir haben uns teamintern einen Platz unter den besten drei Teams als Ziel gesetzt», sagt Etienne Scholz.

Der Grund dafür: Die ersten drei Teams plus drei der fünf Gruppenvierten dürfen an der 1. Cup-Hauptrunde der nächsten Saison teilnehmen, wo je nach Los ein Gegner aus der Super League winkt.

Es ist eine hohe Messlatte, die sich die Ustermer gesetzt haben. Nur schon deshalb, weil mit Altin Ramabaja (zu Linth 04) sowie Blazenko Klaric (Dietikon) zwei wichtige Offensivakteure den Klub verlassen haben und Ex-Profi Sadik Vitija eine Pause einlegt.

«Andere Spieler sollen mehr Verantwortung übernehmen», sagt Scholz. Er denkt beispielsweise an Finn Knecht oder Torjäger Denis Dzepo. Viel erhofft sich der Trainer auch von Andreas Stefanidis, der aufgrund der verbesserten personellen Situation in der Abwehr eine offensivere Rolle einnehmen kann. «Andreas zählt zu den besten Spielern der Gruppe», ist für Scholz klar.

Geduld übt der 29-jährige Coach mit den Neuzuzügen Yari Maccarone (von Thalwil), Bujar Ajeti (Kosova), Albi ­Pupovci (Rapperswil Junioren), Romeo Meier (Pfäffikon) und Yannick Münch (Oberwinterthur). Sie kommen grösstenteils aus unteren Ligen oder sind nach einer längeren Verletzungsphase im Aufbau.

Darum ist die Interregio-Gruppe 5 so spannend

Für Spannung ist an der Spitze gesorgt. Dies, obwohl Erstliga-Absteiger Balzers dem Rest der Gruppe bereits enteilt ist und alles andere als die sofortige Rückkehr der Liechtensteiner einer grossen Überraschung gleichkommen würde.

Da aber für einmal gruppenübergreifend noch die drei besten Zweiten in die 1. Liga aufsteigen, hat das Gros der Teams die Möglichkeit, diesen Schritt zu machen. Widnau (2. Platz) und Adliswil (11.) trennen gerade mal vier Punkte.

Ein zusätzlicher Anreiz ist die mögliche Qualifikation für den Cup. Die ersten drei Teams plus drei der fünf Gruppenvierten dürfen die 1. Hauptrunde bestreiten

Am anderen Ende wird es gerade für die bereits etwas abgeschlagenen Frauenfeld und Amriswil schwer, die drohende Relegation noch abzuwenden.

Diese Gegner gilt es besonders auf dem Zettel zu haben

Nebst Leader Balzers sorgte Aufsteiger Dardania für Aufsehen. Die St. Galler trennten sich früh von Trainer Marco Pola. Mit seinem Nach­folger Daniel Sereinig holte das Team aus den letzten sieben Partien in der Vorrunde 17 Punkte. Hält diese Konstanz an, ist Dardania ein heisser Kandidat für ­einen Spitzenplatz.

Den Trainer ausgewechselt in der Gruppe haben ausserdem schon Rapperswil-Jona 2, Schlusslicht Amriswil und Thalwil. Beim Erstliga-Absteiger Thalwil hat der frühere FCZ-Trainer und -Spieler Artur Petrosyan in der Winterpause übernommen. FCU-Trainer Scholz traut insbesondere Chur und der unter Wert klassierten SV Schaffhausen noch einiges zu.

Deswegen gibt es mehr Auf- und Absteiger

Die seit dem Jahr 2000 bestehende und nie ganz unumstrittene 2. Liga interregional befindet sich mitten im Umbruch. Zu ­teuer und unattraktiv sei sie, ist ein oft gehörter Vorwurf.

Der Rückzug des FC Fribourg aus der Gruppe 2 vor wenigen Tagen ist das jüngste Beispiel dazu. Der Verein soll hoch verschuldet sein, heisst es in den Westschweizer Medien dazu.

Tatsächlich wurde die Interregio auf diese Saison hin von 84 auf 76 Teams reduziert. In einem zweiten Schritt folgt nun eine weitere Reduk­tion auf 64 Mannschaften. Mehr Aufsteiger gibt es dadurch (8), aber auch mehr Absteiger (19).

Für den FC Uster heisst dies, um sicher nicht abzusteigen, muss er den 11. Platz in der 15er-Gruppe erreichen. Drei der schlechtesten Tabellenzwölften der fünf Gruppen müssen nämlich ebenso in die 2. Liga.

Ab 2023/24 wird dann in der 2. Liga interregional nur noch in vier Gruppen à 16 Klubs gespielt.

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