Ehemalige FCZ-Stars richten gross an
Padel-Halle in Rüti
Die beiden langjährigen Spitzenfussballer Marco Schönbächler und Adrian Winter wechseln in die Region. Allerdings nicht auf dem Rasen – sie wollen in Rüti den Padelsport etablieren.
Rüti. Da mussten Marco Schönbächler und Adrian Winter vor langer Zeit einmal zur Rekrutierung für den Militärdienst antreten.
Ansonsten gibt es für die beiden Spitzenfussballer kaum Berührungspunkte mit der Gemeinde im Oberland. Sie kommen aus ganz anderen Ecken des Kantons.
Winter erinnert sich zumindest an ein Testspiel mit dem FC Zürich auf der Schützenwiese. «Da haben wir beide gespielt», sagt er. Es war vor allem denkwürdig, weil sich Präsident Ancillo Canepa im Alter von 64 tatsächlich gegen seinen Stammverein noch als Stürmer einwechseln liess.
Über sechs Jahre ist dies her. Und Rüti hat bei Schönbächler und Winter nun einen ganz anderen Stellenwert eingenommen – für die Karriere nach dem Fussball.
Die beiden sitzen in der Lounge einer riesigen Halle im Joweid-Zentrum. Von der Empore aus hat man den besten Blick auf die insgesamt acht Courts.
«Auf Fotos kommt die ganze Dimension gar nicht richtig zur Geltung. Den Aha-Effekt gibt es erst, wenn man in die Halle eintritt», findet Schönbächler.
Mixtur aus zwei Sportarten
Gespielt wird auf diesen Courts Padel – der Sport ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Insbesondere in Spanien und Schweden geniesst er grossen Stellenwert – und soll nun also auch Rüti erobern.
«In Spanien gibt es mehr Padelcourts als Tennisplätze», sagt Schönbächler. Entsprechend glauben die früheren Spieler des FCZ an das Potenzial des Sports. Sie haben mit Giacomo Arce, dem dritten Mitgründer, innert weniger Monate die kalte Industriehalle umbauen lassen.
Wer es einmal ausprobiert, wird immer wieder spielen wollen
Marco Schönbächler
Schönbächler und Winter selbst hatten einst durch einen Teamanlass mit dem FCZ zum Padel gefunden. «Wer es einmal ausprobiert, wird immer wieder spielen wollen», ist Schönbächler überzeugt.
Das Erfolgsgeheimnis liegt auch in seiner Einfachheit – weil der Sport schnell zu erlernen ist, im Team gespielt wird und sich für jedes Alters- und Fitnesslevel eignet.
Und vor allem: Es gibt in der gesamten Region Zürich bisher nur wenige Padelcenter. Ein Grund dafür ist nebst dem richtigen Standort die nötige Höhe der Halle. 7,5 bis 8 Meter gelten dafür als ideal, weil der Ball ansonsten viel zu schnell an die Decke schlägt – und damit das Spiel erheblich einschränkt.
Die Padel-Halle in Rüti fällt nur schon durch seine Grösse von 3200 Quadratmetern auf, die nebst der Lounge für ein Bistro, Shop und einen kleinen Fitnessbereich genutzt wird.




«Dadurch haben wir mehr Möglichkeiten. Um auch Anlässe für unsere Gäste zu machen», sagt Schönbächler. Der 33-Jährige ist es auch, der vermehrt im Alltag vor Ort präsent sein wird.
«Um die Leute zu spüren und zu sehen, was funktioniert – und was halt weniger», wie er betont. Unzweifelhaft ist dabei, dass sein prominenter Name bei der Etablierung der Padel-Halle helfen könnte.
Die Ziele auf dem Rasen
Schönbächler hat mit dem Profifussball im letzten Sommer abgeschlossen – nach einem Jahr erfolgloser Klubsuche. «Ich hatte eine gute Karriere und durfte in dem Verein spielen, in dem ich gross geworden bin», sagt er ohne Groll nach dem eher stillen Ende seiner Laufbahn. «Ich hatte auch die eine oder andere Verletzung.»
Ganz ohne Fussball geht es für Schönbächler aber trotzdem nicht. Seit dieser Saison läuft er für seinen Jugendklub Urdorf in der 2. Liga auf – und ist dadurch zur Attraktion auf den regionalen Plätzen geworden.
So kommt es nicht nur vor, dass der eine oder andere FCZ-Fan anfeuernd «Schönbi» aufs Feld ruft – ein Gegenspieler nutzte sogar die Gelegenheit, um sich hinterher ein Fan-Utensil von ihm unterschreiben zu lassen.
Noch nicht mit dem Spitzenfussball abgeschlossen hat Schönbächlers Geschäftskollege Winter. Sein Vertrag beim FC Zürich war gleichzeitig mit jenem von Schönbächler im Juni 2021 ausgelaufen.
Von einem möglichen Rücktritt will er aber mit 36, und obwohl er seither aufgrund einer Knieverletzung vereinslos ist, nichts wissen. «Alles ist möglich», bekräftigt Winter.
Seit November ist er nach langer Aufbauphase endlich wieder fit und kann sich selbst ein Comeback im Profibereich gut vorstellen. «Adi ist wie ein guter Wein, der sich im Alter noch entfaltet», wirft Schönbächler mit einem Lächeln ein.
