Sie ist mit 18 schon eine Ausnahmespielerin
Volketswiler Volleyballerin
Beim langjährigen Liga-Dominator Volero Zürich hat Sindi Mico noch eine Nebenrolle. Doch das soll sich für die Volketswilerin bald ändern.
Sie dominierten bis 2018 jahrelang die Frauen-NLA mit einem internationalen Starensemble nach Belieben. In der Region präsentierte sich Volero Zürich in dieser Phase sogar zweimal als Aushängeschild für einen Match an den Uster Games.
Doch mittlerweile ist der sportliche Glanz des 13-fachen Meisters etwas ab. In der laufenden Meisterschaft ist Volero nur noch Mittelmass. Und im Schweizer Cup scheiterten die Zürcher als Titelverteidiger vor Wochenfrist bereits in den Viertelfinals.
Schweizer Volleyballspielerinnen sind im Kader aber immer noch eher die Ausnahme. Eine davon ist Sindi Mico. Die zuvor für die Partnerequipe der Volleyball Academy Zürich spielende Volketswilerin hatte bereits vor einem Jahr einen Ausbildungsvertrag bei Volero unterschrieben. Und ist mit 18 eine der Jüngsten im Team.
Noch ist ihr Einfluss auf dem Feld überschaubar. Die 1,84 Meter grosse Aussenangreiferin muss sich mit kürzeren Einsätzen begnügen. Trotzdem sagt Sindi Mico: «Ich sehe meine Fortschritte – und spüre auch, dass auf mich gesetzt wird.»
Viel Training, wenige Spiele
Für höhere Aufgaben wird sie vor allem im Training bei Meistertrainerin Svetlana Ilic vorbereitet – im Kreis von Mitspielerinnen aus der halben Welt. «Es ist für sie eine spannende Umgebung, und das Niveau im Training ist hoch», sagt Academy-Gründer und -Geschäftsführer Frieder Strohm, der den Weg von Mico eng begleitet.
Tatsächlich profitiert die Schülerin des Kunst- und Sportgymnasiums Rämibühl von den professionellen Strukturen bei Volero. Strohm beziffert ihren Aufwand auf mindestens 20 Stunden pro Woche – mit bis zwei Einheiten pro Tag.
Den Zugang zum Volleyball fand Mico schon früh in Italien, wo sie zunächst in der Nähe von Ancona aufwuchs – und es mit Volley Lube auch ein Spitzenteam mit Ausstrahlung über die Landesgrenzen hinaus gibt. Dennoch blieb sie mit ihrem Feuer für den Volleyball-Sport in der Familie eine Ausnahme. «Meine Eltern spielten Basketball», sagt sie.
Durch den Umzug im Sommer 2015 nach Volketswil wechselte Mico in den Nachwuchs von Volero, sie fiel schnell durch ihr Talent auf. Schon als 14-Jährige debütierte sie auf Stufe 1. Liga – und spielte für Aadorf und den VBC Züri Unterland. Letzterer Klub kooperiert seit über zwei Jahren mit Volero. Der Serienmeister verlegte dadurch auch seinen Sitz nach Kloten. Für Mico hat sich also mit dem Wechsel im Alltag wenig verändert.

Und doch gibt es für sie bald neue Perspektiven. Wie unlängst bekannt wurde, verabschiedet sich Volero zum Ende dieser Saison aus der Frauen-NLA. Eingenommen wird der Platz durch die Volleyball Academy, mit der Volero fusioniert. Als Trainerin fungiert weiterhin Ilic.
Ein wesentlicher Grund für diesen Schritt sind geplante Umstrukturierungen des Verbands in der Talentförderung, wodurch inskünftig junge Schweizerinnen zu mehr Einsatzzeit auf höchster Stufe kommen sollen.
In eine Leaderrolle wachsen
Der Rückzug des einstigen Dominators ist insofern keine Überraschung, da die besten Spielerinnen im Volero-Konstrukt ohnehin bereits beim französischen Partnerklub Le Cannet spielen.
Und klar ist damit: Im künftigen NLA-Team der Volleyball Academy werden keine ausländischen Spielerinnen mehr unter Vertrag stehen.
Ändern dürfte sich dafür die Rolle von Mico. Als eine der wenigen Spielerinnen konnte sie bereits Erfahrungen in der NLA sammeln. «Das ist ein Glücksfall. Und für Sindi der nächste richtige Schritt, um in eine Leaderrolle zu wachsen», findet Strohm. Dass sie das nötige Rüstzeug mitbringt, ist für den 34-Jährigen unbestritten.
Sindi ist nicht nur sehr ehrgeizig – sondern für ihr Alter äusserst reif.
Frieder Strohm, Academy-Gründer
Als Headcoach der U19 sah er bereits im letzten Sommer, wie Mico an der EM-Endrunde in Nordmazedonien zu den Leistungsträgerinnen in der Schweizer Auswahl zählte. Er sagt: «Sindi ist nicht nur sehr ehrgeizig, sondern für ihr Alter äusserst reif.»
Dazu gehört auch, gross zu denken. Aus ihren Ambitionen macht sie nämlich kein Geheimnis. Mico hofft, dereinst in einer der besten Ligen spielen zu können – in ihrer Heimat Italien.
