Nur 33 Sekunden fehlen Uster zum Sieg
Manch einer der nur 184 Zuschauer am Sonntagabend im Ustermer Buchholz dürfte dem UHC Uster diese Wende nicht mehr zugetraut haben.
Als NLA-Tabellenführer Wiler-Ersigen zu Beginn des Schlussdrittels mit einem Doppelschlag innert elf Sekunden auf 8:5 davonzog und damit erstmals mit drei Toren Vorsprung führte, schien der Weg in die nächste Ustermer Niederlage geebnet.
Doch die Akteure auf dem Feld, denen das in den letzten Spielen gewonnene Selbstvertrauen anzumerken war, liessen auch in dieser Phase nicht locker. Genau wie im zweiten Drittel, als sie zumeist einem Rückstand hatten hinterherlaufen müssen, sich aber nie abschütteln liessen.
Doza bringt die Wende
Die Aufholjagd leitete Usters Topskorer Patrik Doza kurz nach dem achten Tor der Emmentaler ein, indem er einen Abpraller verwertete. Nachdem Uster-Goalie Nicola Brütsch zweimal spektakulär gegen Wilers Noah Siegenthaler parierte, hatte Doza dann etwas Glück, als sein Schuss von Gästeverteidiger Tatu Väänänen ins eigene Tor abgelenkt wurde.
Und nachdem Josia Pfister seinen sehenswerten Sololauf mit dem Ausgleich abschloss, erzielte Doza in der 55. Minute tatsächlich den Ustermer Führungstreffer.
Und der Lohn?
Die Spannung im Buchholz war greifbar. Würden sich die Ustermer belohnen für ihren engagierten Auftritt im ersten Drittel, als sie zweimal vorlegten? Fürs «Beissen» im Mitteldrittel, in dem sich Keeper Brütsch mit einer Riesenparade gegen Wilers Topskorer Tobias Känzig auszeichnete, als er im Stil eines Fussball-Goalies durch die Luft flog? Würde es trotz der angespannten Kadersituation zum Überraschungserfolg reichen?
Leider nein. Obwohl die Gäste zweieinhalb Minuten vor Ende des Schlussdrittels noch eine Strafe kassierten. In Unterzahl und ohne Torhüter gelang dem Leader 33 Sekunden vor der Sirene der Ausgleich. Niemand sah sich für den am Pfosten lauernden und sehenswert angespielten Radek Sikora verantwortlich.
Eher glückhaft war dann der Siegtreffer der Emmentaler in der 3. Minute der Overtime: Der Schuss von Michal Dudovic fand den Weg ins Tor, weil er noch leicht von der Stockschaufel des Ustermers Filip Karlsson abgelenkt worden war.
(Philipp Wyss)

