Wer den GP von Abu Dhabi am Sonntag mit der Sauber-Fanbrille schaute, der brauchte ganz starke Nerven. Erst schien der 6. WM-Rang gesichert, dann wieder verloren, und am Schluss war es ein Herzschlagfinale, weil Sebastian Vettel im Aston Martin in den letzten Runden Daniel Ricciardo im McLaren arg auf die Pelle rückte. Hätte der Deutsche den Australier überholt, wären den Hinwilern die Felle im letzten Moment davongeschwommen. Doch am Ende brandete Jubel auf in der Sauber-Box.
Verdienter Jubel – obwohl beide Sauber-Piloten ausserhalb der Top Ten blieben. Doch das war zu verschmerzen. Ausschlaggebend war nämlich ein Resultat aus dem Frühling: Der 5. Rang von Valtteri Bottas in Imola im Mai sorgte dafür, dass trotz Punktgleichheit (55:55) Alfa Romeo seinen 6. WM-Rang vor Aston Martin behielt. Ein Fakt, der neun Millionen Dollar wert ist.
Ein glückhaftes Zufallsprodukt?
Noch sind die Erinnerungen an dieses WM-Finale frisch, und wer die Sauber-Saison lediglich unter diesem Eindruck bewerten will, der könnte ein vernichtendes Urteil fällen. Denn so wirkt dieser 6. WM-Rang wie ein ziemliches Zufallsprodukt. Schliesslich verspielte Alfa Romeo einen zwischenzeitlichen Vorsprung von 24 Punkten auf den 7. WM-Rang.
Doch was in diesem Kontext glückhaft erscheint, ist ein schöner Erfolg – zu diesem Schluss kommt man, wenn man die Optik weg von diesem einzelnen Rennen richtet und das grosse Ganze betrachtet. Kein anderes Team schaffte es, sich gleich um drei WM-Ränge zu verbessern.

