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Auf den Abstieg folgt der Murks

Volketswil und Brüttisellen tun sich in der 3. Liga äusserst schwer. Nur: Anderen Teams ist es in früheren Jahren nicht anders ergangen.

Die Spieler von Brüttisellen-Dietlikon (grün) und Volketswil sind nicht im Tritt., Nicht mehr Trainer beim FC Volketswil: Sebastian Marda., Marcel Erismann wechselte auf diese Saison hin von Pfäffikon nach Brüttisellen.

Archivfoto: Christian Merz

Auf den Abstieg folgt der Murks

Noch bis Mitte November dauert die Hinrunde. Doch jetzt ist bereits klar: Die beiden Absteiger Volketswil und Brüttisellen-Dietlikon dürften an der Spitze der Drittliga-Gruppe 3 keine Rolle spielen.

Gerade dem FCV war die Rückkehr in die 2. Liga zugetraut worden. Als schlechterer Tabellenelfter der beiden Gruppen hatte er wegen ein paar Strafpunkten zu viel in den sauren Apfel beissen müssen. «Der Abstieg hat uns wehgetan», sagt Präsident James Frei. 

Die Volketswiler verloren nach dem Abstieg einige Leistungsträger und doch blieb der Kern des Teams beieinander. Trainer Sebastian Marda sprach offen vom direkten Wiederaufstieg. Nun ist der FCV zwar Fünfter, aber mit 13 Punkten Rückstand auf Leader Glattbrugg eigentlich im Tabellen-Nirwana.

Dazu passt: Marda hat kürzlich demissioniert. Im Verein hätte man an ihm trotz der negativen Resultate festgehalten. «Wir haben zu wenig Tiefe im Kader», begründet Frei die Baisse. Den Ausfall von mehreren Stammspielern könne man so nicht verkraften.

«Ich würde es als Fan von Kontinuität wieder gleich machen.»
James Frei, FC Volketswil

Den Entscheid, nach dem Abstieg an Marda als Trainer festgehalten zu haben, bereut Frei nicht. «Ich würde es als Fan von Kontinuität wieder gleich machen.» 

Das Ruder rumreissen soll nun Antonio Limata, der vorerst für die letzten Partien der Vorrunde in der Verantwortung steht. Doch auch bei seinem Debüt gingen die Volketswiler leer aus.

Das letzte Erfolgserlebnis liegt damit bereits über sechs Wochen zurück, als Brüttisellen-Dietikon klar bezwungen wurde.

Für den Mitabsteiger sieht es noch arger aus. Nach einem ordentlichen Start erlitt der neuformierte FCB einige heftige Klatschen. Erst neun Zähler hat er auf dem Konto, und muss damit aufpassen, nicht sogar in die 4. Liga durchgereicht zu werden.

«Wir hoffen auf 15 Punkte bis in den Winter», sagt Walter Remy, der Leiter Aktive. Diese Marke ist noch erreichbar, mit Blick auf das Restprogramm aber eher unwahrscheinlich. 

Umbruch nach Aderlass

Marcel Erismann hat in Brüttisellen auf die neue Saison als Trainer übernommen. Die Verpflichtung war spät bekannt worden. Dies auch, weil einige Spieler, die zugesagt hatten, den Verein kurzfristig verliessen – und sich Erismann deshalb Bedenkzeit ausbedungen hatte.

«Wir werden in den nächsten Jahren kaum wieder 2. Liga spielen.»
Walter Remy, FC Brüttisellen-Dietlikon

Tatsächlich hat der 54-Jährige aufgrund des personellen Umbruchs eine schwierige Aufgabe übernommen. Remy sagt sogar: «Wir werden in den nächsten Jahren kaum wieder 2. Liga spielen.» 

Der FC Brüttisellen setzte mit Erismann erneut auf einen erfahrenen Trainer. Damit hatte er insbesondere nach dem letzten Abstieg (2016) gute Erfahrungen gemacht, als Robert Merlo das Zepter übernahm und im zweiten Amtsjahr der Wiederaufstieg gelang.

Es war allerdings auch eine ganz andere Ausgangslage. «Das junge Team mit Potenzial war zusammengeblieben. Dazu kamen Verstärkungen aus dem Umfeld von Merlo», sagt Remy. 

Überhaupt: Dass sich Teams nach einer Relegation in der tieferen Liga schwer tun, ist kein neues Phänomen. Auffällig ist, dass es sich in den letzten zehn Jahre für keinen Klub aus der Region bewährte, die Zusammenarbeit mit dem Abstiegstrainer fortzusetzen.

Das Volketswiler Beispiel ist also kein Einzelfall. In Pfäffikon (2015), Effretikon (2019) und Rüti (2021) kam es nach dem Sturz in eine tiefere Spielklasse im Verlauf der nächsten Saison ebenfalls zur Trennung.

Corona als Fluch und Segen

Eine Garantie, dass es mit einem neuen Trainer besser kommt, ist dies aber natürlich noch lange nicht. So engagierte der FC Dübendorf nach dem Ende in der 2. Liga interregional Marcello Stellato. Und landete auch eine Stufe tiefer auf einem Abstiegsplatz, sodass es zu einem erneuten Wechsel kam.

Zittern mussten die Glattaler in der Folge aber ohnehin nicht. Wegen dem Corona-Ausbruch wurde die Saison 2019/20 abgebrochen. 

Stark von der Pandemie beeinflusst war auch die anschliessende verkürzte Meisterschaft, in der die sich in arger Rücklage befindenden FC Effretikon und FC Wetzikon unter diesen Umständen keine Chance mehr hatten, um die Hypothek wettzumachen.

Immerhin: Gerade letzterer Klub wusste in der jüngeren Vergangenheit am besten auf sportliche Nackenschläge zu reagieren. 2016 und 2018 gelang dem FCW nämlich jeweils der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Liga.

Beide Male war der Erfolg mit frischen Führungskräften gelungen. Doch nachhaltig etablieren konnten die Trainer Dino Pinelli und Gabor Gerstenmaier den FCW nicht. Und so unternehmen die Oberländer derzeit einen erneuten Anlauf.

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