Erneut die verflixte Achillessehne
Mehr Pech geht fast nicht. Unmittelbar vor dem Start in die neue Bob-Saison hat Dominik Schläpfer einen Achillessehnenriss am linken Fuss erlitten. Und dies gerade mal acht Monate nachdem er sich dieselbe Verletzung schon an der rechten Seite zugezogen hatte.
«Ich habe den erneuten Rückschlag mittlerweile halbwegs verdaut», sagt der Anschieber aus Wila.
Passiert ist es beim Sprint- und Sprungtraining in Magglingen. Nur vier Tage nachdem er mit seinem Team um Pilot Simon Friedli auf der Eis-Indoor-Bahn von Oberhof noch den letzten Belastungstest bestritten hat.
«Es ist alles optimal verlaufen. Die Zeiten haben gestimmt. Ich war auf dem richtigen Weg», sagt der Tösstaler.
Unweigerlich kommt die Frage nach dem Warum. Doch Antworten konnte ihm bis anhin keiner geben. Auch der behandelnde Arzt nicht. «Dass man sich nacheinander beide Achillessehnen reisst, ist doch eher speziell», sagt Schläpfer.
Er selbst hatte unzählige Stunden in das Rehabilitationstraining investiert und sich auch stets akribisch aufgewärmt.
Weder Übersee noch WM
Entsprechend gross ist die Enttäuschung mit Blick auf die nächsten Monate. Erstmals überhaupt in seiner Bob-Karriere wäre der 28-Jährige im November wohl für drei Weltcup-Rennen nach Übersee gereist.
Die Qualifikation dafür hat das Friedli-Team nach den Selektionsrennen in Altenberg vom letzten Wochenende bereits geschafft. Einzig der ohnehin gesetzte Olympia-Vierte Michael Vogt war im Viererbob mit seiner Crew dort schneller.
Und dank den guten Ergebnissen in der Vorsaison können nun sogar drei statt wie bisher zwei Schweizer Teams im Weltcup teilnehmen – und damit auch «über den grossen Teich» fliegen.
Bitter ist Schläpfers Rückschlag auch wegen der WM von Ende Januar 2023, die erstmals seit 2013 wieder in St. Moritz stattfindet. Daran teilzunehmen, war für ihn das grosse Ziel.
Den Saisonhöhepunkt hatte er bereits vor einem Jahr verpasst. Beim internen Qualifikationswettkampf, dem sogenannten Anschieben, war er acht Hundertstelsekunden zu langsam gewesen. Die Olympischen Spiele von Peking fanden deshalb ohne ihn statt.
Für die WM in St. Moritz wäre die Ausgangslage für Schläpfer aber wieder vielversprechend gewesen. Nur schon deshalb, weil die Schweiz mit drei oder sogar vier Schlitten am Start sein wird. «Und dort ist wegen des Heimvorteils ein gutes Schweizer Resultat möglich», ist er überzeugt.
Freude und Ehrgeiz sind da
Stattdessen steht für ihn nach der Operation erneut eine lange Aufbauphase an. Schläpfer lässt sich aber durch die neuerliche Verletzung nicht unterkriegen.
«Freude und Ehrgeiz sind noch immer da», bekräftigt er. Der Tösstaler ist aber auch realistisch genug, um zu wissen, dass eine erfolgreiche Rückkehr mit zwei operierten Achillessehnen keine Selbstverständlichkeit ist.
Schläpfer will deshalb nicht zu weit nach vorne schauen. So sind die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand für ihn viel zu weit weg. «Ich will mich da nicht unter Druck setzen», sagt er.
Im Frühling den normalen Trainingsaufbau mit dem Team machen zu können – damit wäre der Anschieber nach der Pechsträhne bereits zufrieden.
