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Wald stiehlt allen die Show

Aufstiegswillige Klubs gibt es in der Drittliga-Gruppe 6 einige. Tabellenführer ist derzeit mit dem FC Wald aber ein Team, das niemand auf der Rechnung hatte.

Der FC Wald (Ramon Marcon) ist nach sieben Runden noch ungeschlagen., Wald-Trainer Axel Kleinefinke feuert seine Mannschaft an.

Foto: Robert Pfiffner

Wald stiehlt allen die Show

Es ist wohl die Drittliga-Gruppe mit den meisten Aufstiegskandidaten. Klubs wie Wetzikon, Pfäffikon und Stäfa richten regelmässig ihren Blick in Richtung 2. Liga. Dazu kommen mit Männedorf und Meilen noch Teams, die bis vor kurzem in der höchsten Klasse der Region Zürich spielten.

Dem nicht genug, wechselte der ebenso ambitionierte FC Kloten auf diese Meisterschaft hin in die Gruppe 6, um endlich mal den Aufstieg zu schaffen.

«Einstellung und Zusammenhalt waren schon immer da. Doch jetzt ist das Team noch durch den Erfolg angefeuert.»
Axel Kleinefinke, Trainer FC Wald

Und mitten in diesem illustren Feld mischt nun überraschend der FC Wald ganz vorne mit. Beim 0:0 gegen Männedorf siegte er zwar erstmals in dieser Saison nicht, bleibt aber als einziges Team der Gruppe ungeschlagen.

Die Bilanz ist bemerkenswert: 22:5 beträgt das Torverhältnis. Die Walder erzielten also im Schnitt nahezu vier Treffer pro Spiel. Dabei sticht das Sturmduo Patrik Juric (9 Tore) und Alexander Jetzer (8) heraus. 

Der Walder Patrik Juric (links) zieht gegen Männedorf ab.

Für Trainer Axel Kleinefinke kommen die guten Resultate nicht von ungefähr. «Wir spielten eigentlich schon eine gute Rückrunde, holten aber noch den einen oder anderen Punkt zu wenig.»

Ein Grund dafür seien auch die Abwesenheiten von Leistungsträgern gewesen. So fiel beispielsweise Stefan Juric mit einer Schulterverletzung aus oder war Torjäger Jetzer studiumsbedingt abwesend. Dieser trifft mit Sturmkollege Patrik Juric derzeit fast nach Belieben.

«Wir haben auch Andere, die immer für ein Tor gut sind. Aber eigentlich ist es, egal wer trifft», kontert Kleinefinke die Frage nach einer möglichen Abhängigkeit. «Sicher wäre es aber nicht ideal wenn beide gleichzeitig ausfallen würden.» 

Eine Achse als Basis

Mit Blick auf die neue Saison richtete der Trainer sein Augenmerk auf die Defensive. «In diesem Bereich haben wir uns deutlich stabilisiert», findet er. Eine wichtige Rolle nimmt dabei Abwehrchef Bachir Thiam ein. Der 38-Jährige zählt zur Achse mit Taktgeber Stefan Juric und dem erwähnten Angriffsduo, um die das Walder Spiel aufgebaut ist.

«Und die anderen drumherum wachsen an ihnen», sagt Urs Fritschi. Der frühere Rüti-Trainer muss es wissen. Erst vor wenigen Wochen war er mit seinem Klub Stäfa im FVRZ-Cup auf die Walder getroffen (5:3 im Penaltyschiessen). 

Ende Oktober wird es dann zum Direktduell in der Meisterschaft kommen. Und Fritschi traut dem FCW durchaus zu, sich nachhaltig im Spitzenfeld festzusetzen, sofern die Achse über die Winterpause hinaus zusammenhält. 

Ähnlich klingt es bei Trainerkollege Jürg Stücheli. Dieser musste mit dem FC Hinwil unlängst sogar eine heftige 0:5-Heimschlappe einstecken.

«Wir haben es Wald viel zu einfach gemacht. Es war ein Match zum Abhaken», sagt der 58-Jährige. Den derzeitigen Lauf des FCW will er dadurch aber keineswegs schmälern. «Mir hat das Team gefallen. Das kann man auch als Gegner mal sagen.»

Stücheli streicht insbesondere die taktischen und läuferischen Fortschritte im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen im Frühling hervor. Und jetzt würde eben noch das Selbstvertrauen dazukommen.

Dem pflichtet Walds Trainer Kleinefinke bei: «Einstellung und Zusammenhalt waren schon immer da. Doch jetzt ist das Team noch durch den Erfolg angefeuert.»

Ein Tipp als Motivation 

Für Aussenstehende wirkt der derzeitige Walder Höhenflug dennoch aussergewöhnlich. Seit dem Wiederaufstieg 2011 klassierte sich der FCW, unterbrochen von nur ganz wenigen Ausreissern, im hinteren Tabellenfeld der 3. Liga.

Entsprechend defensiv war da öfters auch die Prognose in der «ZO/AvU»-Regionalfussball-Beilage. Der diesjährige Tipp, «knapp über den Abstiegsrängen», dürfte daher aller Voraussicht nach daneben zielen.

Trainer Kleinefinke, seit Anfang 2020 im Amt, lässt nicht unerwähnt, diesen einmal zur Motivation gegenüber den Spielern in der Kabine erwähnt zu haben.

«Die dicken Brocken kommen noch.»
Axel Kleinefinke, Trainer FC Wald

Und trotzdem: Der 53-jährige Deutsche lässt sich durch die gute Ausgangslage nicht blenden. «Die dicken Brocken kommen noch», sagt er. Gemeint sind damit Wetzikon, Stäfa und Kloten.

Das Ziel ist deshalb – zumindest gegen Aussen hin – wie zum Saisonbeginn der fünfte Platz. Auch mit dem Wissen, bei Ausfällen nicht über so viel Tiefe im Kader wie die namhafte Konkurrenz zu verfügen. Neuzuzüge von Aussen bleiben nämlich in Wald weiterhin die Ausnahme.

Für Kleinefinke kein Problem. «Wir haben immer wieder gute Junge, die aus den eigenen Reihen nachrücken.»

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