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Sport

«Vielleicht wirke ich darum manchmal arrogant»

Dimitri Steinmann ist zum zweiten Mal Schweizer Einzel-Meister geworden und spielt so gut wie noch nie. Er spricht über seine neuen Coaches und sinniert darüber, wie er wahrgenommen wird.

Dimitri Steinmann, Sie trainieren neu bei Rob Owen und Rod­ney Martin. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit ihnen?
Dimitri Steinmann: Ich habe sie innerhalb von zwei Wochen unabhängig voneinander kennengelernt. Im Februar war ich an einem Turnier in Chicago. Danach habe ich mit Abdulla Mohammed Al-Tamini, einem meiner besten Freunde auf der Tour, noch ein Trainingsmatch gespielt. Rodney Martin ist sein Headcoach. Ich habe ihn also gefragt, ob ihm an meinem Spiel etwas aufgefallen sei. Er antwortete: «Ja, du musst nur zwei Sachen verbessern.» Ich dachte: Wow, und fragte, welche. Er sagte: «Die Vorhand und die Rückhand.» Und Rob Owen war für ein Camp in Uster. Wir haben uns sofort sehr gut verstanden.

Sie waren im Sommer länger bei Rodney Martin in New York. Was hat er denn nun verändert?
An der Rückhand wenig, vielleicht ist sie doch nicht so schlecht. Die Vorhand haben wir recht umgestellt, da hat er mir die Augen geöffnet. Rodney ­sagte: «Die musst du so spielen.» Am Abend bin ich zwei Stunden im Badezimmer vor dem Spiegel gestanden und habe den Schlag geübt. Um zu wissen, wie er sich richtig anfühlt. Und dann haben wir das zwei Wochen lang angeschaut. Ich fühle mich so gut wie noch nie. Ich habe einen Weg gefunden, wie ich mein Potenzial ausschöpfen kann.

Welchen Weg denn?
Viele Dinge löst man als Profi kompliziert. Dabei muss der Ball einfach einmal mehr an die Frontwand als beim Gegner. Ich glaube nicht, dass meine bisherigen Coaches etwas anderes gesagt haben. Aber ich verstehe eins zu eins, was Rodney sagt und was Rob sagt. Es ist fast wie in einer Beziehung.

«Ich habe oft das Gefühl, dass ich es besser weiss.»
Dimitri Steinmann

In einer Beziehung gibt es auch mal Streit. Wie ist das mit den neuen Coaches?
Ja, Streit gab es. Es war in Qatar. In der ersten Runde ­führte ich 2:0 in Sätzen. Das war an ­einem Platinum-Turnier noch nie der Fall. Ich wurde hektisch. Rodney ­sagte mir klar und relativ direkt, was ich machen soll. Es hat gewirkt. Das Gleiche in der zweiten ­Runde. Er sagte mir dasselbe, aber betonter und mit mehr Fluch­wörtern. Ich reagiere gut auf das. 

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