Eine Luftveränderung soll ihm helfen
Für Stephan Seiler war es fast ein Heimspiel. Der Wetziker Profi war am Mittwoch-Abend mit dem FC Winterthur zu Besuch beim Drei-Städte-Turnier in Uster und hatte seinen Anteil beim 1:0-Sieg über das Interregio-Team der Gastgeber.
Zum Turniersieg sollte es dem FCW aber nicht reichen. Im Super-League-Duell gegen die Grasshoppers zog er mit 0:1 den Kürzeren.
Bei seinem neuen Verein war Seiler bisher noch Teilzeitarbeiter. In den ersten beiden Meisterschaftsspielen sowie im Cup wurde er jeweils eingewechselt. «Der Trainer will mich aufbauen», sagt er mit der festen Zuversicht auf künftig mehr Einsatzminuten.
Angesprochen ist damit Winterthurs Coach Bruno Berner, den er bereits aus seiner Zeit im Nachwuchs des FC Zürich kennt. Unter ihm hatte der Oberländer auch einst den Sprung ins U15-Nationalteam geschafft.
«Wir sind im Kontakt geblieben – er hat sich immer wieder mal erkundigt, wie es mir so läuft. Umso schöner ist es, dass es jetzt mit dem FCW geklappt hat», so Seiler.
Späte Bewährungschancen
Die Ausleihe zum FC Winterthur ist kein Schnellschuss. Beim FCZ kam er zwar seit seinem Debüt im Juni 2020 in der Super League zu 35 Einsätzen – und damit so oft wie keiner der Profifussballer aus der Region (siehe Box).
In der letzten Saison war er allerdings beim überraschenden Zürcher Titelgewinn weitgehend Nebendarsteller geblieben. Erst als dieser bereits vier Runden vor Schluss vorzeitig feststand, bekam Seiler die Gelegenheit, sich regelmässig zu zeigen.
«Es gab doch auch wenig Grund zum viel Wechseln», ist für den 22-Jährigen klar. «Ich habe mich im Team aber immer wohlgefühlt. Und André Breitenreiter hat alle im Team mitgerissen.» Dazu passt, dass Seiler auch regelmässig Rückmeldungen vom Trainer nach seinen Einsätzen erhielt.
Breitenreiter verliess bekanntlich den FCZ nach nur einem Jahr wieder in Richtung Deutsche Bundesliga. Und mit dem mittlerweile entlassenen Franco Foda kam ein Trainer, der zwar Seiler zu Saisonbeginn gleich einige Bewährungsgelegenheiten gab. Aber halt dennoch nicht wirklich bedingungslos auf ihn setzte.
«Mal habe ich gespielt, mal nicht, und mal war ich gar nicht im Kader», sagt Seiler.
Wechsel auf den letzten Drücker
Und so reifte bei ihm zunehmend die Entscheidung, eine Luftveränderung nach insgesamt neun Jahren beim FC Zürich vornehmen zu wollen. «Für meine Weiteentwicklung ist Spielpraxis einfach wichtig», sagt Seiler.
Deshalb baut Meister FCZ auf Stephan Seiler
10.05.2022

Wetziker Fussballprofi
Stephan Seiler kam beim FC Zürich in der Meistersaison nur selten zum Einsatz. Beitrag in Merkliste speichern Doch die Zeit drängte aufgrund des nahenden Transferschlusses von Ende August: Und so gab es am letzten Tag ein ziemliches Hin und Her zwischen den involvierten Personen – auch weil FCZ-Sportchef Marinko Jurendic und Coach Foda ihn eigentlich nicht abgeben wollten – am Ende aber einwilligten. Und Seiler bekräftigt: «Wir sind im Guten auseinandergegangen.»
Es ist vorderhand ein Abgang auf Zeit. Seiler besitzt beim FC Zürich noch einen Vertrag bis Ende Juni 2024. Seine Absicht: wertvolle Erfahrungen sammeln und dann zum FCZ zurückkehren.
Es ist eigentlich eine etwas schräge Situation. Acht Runden sind gespielt, und beide Zürcher Klubs zieren noch immer sieglos und bereits etwas abgeschlagen das Ende der Tabelle. Im Fall des FCW kommt die sportliche Durststrecke allerdings nicht so überraschend.
«Ich spüre die Freude und Bodenständigkeit im Verein. Sie waren auch ein Grund für meinen Entscheid.»
Stephan Seiler
Erstmals überhaupt nach 37 Jahren spielen die Winterthurer wieder in der höchsten Spielklasse – und verfügen auch über das mit Abstand kleinste Budget aller zehn Vereine in der Super League. Der Euphorie rund um den Verein tut die sportliche Baisse aber keinen Abbruch. Nahezu jedes Heimspiel auf der Schützenwiese ist ausverkauft – und daran dürfte sich in absehbarer Zeit wenig ändern.
«Ich spüre die Freude und die Bodenständigkeit im Verein. Sie waren auch ein Grund für meinen Entscheid», sagt Seiler.
Weggefährte als Beispiel
Ein anderer war Mitspieler Matteo Di Giusto, bei dem er im Vorfeld Erkundigungen über das Team eingeholt hatte. Mit dem gleichaltrigen Offensivakteur hatte er schon einige Jahre im Nachwuchs des FCZ verbracht.
Und gerade Di Giusto (er war aus Vaduz gekommen) zählte im Sommer sogleich zu den belebenden Elementen im Winterthurer Spiel, sodass der «Landbote» sogar vom «Zauberfloh von der Schützenwiese» schrieb.
Der Brasilianer aus dem Oberland
18.02.2021

Wetziker Profifussballer
Für Stephan Seiler ist die erste Saison als Profi beim FC Zürich bisher holprig verlaufen. href=”/flag/flag/np8_favorites/3242397?destination=batch&token=pFjytA3Sumq1E8mAfqy7Ilke5bLEgLWc2YVaKsvPbkw” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3242397 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Auch Seiler hat sich im neuen Umfeld schnell wohlgefühlt. «Ich kannte praktisch alle – und habe mit vielen zusammengespielt», sagt er. Und gerade Di Giusto dient ihm als gutes Beispiel, um einen nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu nehmen.
Entgegen kommen könnte Seiler dabei einerseits die vergleichsweise weniger namhafte Konkurrenz im Team des FCW – und dann vor allem seine Polyvalenz im zentralen Mittelfeld. «Ich kann auf der Sechser-Position genauso wie als Achter offensiver agieren», sagt er.
Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu machen, bot sich Seiler nun während der Länderspiel-Pause in den Testspielen gegen den deutschen Zweitligisten Karlsruhe (0:4) und beim erwähnten Drei-Städte-Turnier in Uster.Ernst in der Meisterschaft gilt es für ihn dann am Sonntag in Sion, ehe bereits eine Woche später ein ganz besonderes Spiel ansteht – im Letzigrund bei seinem FC Zürich.
Die weiteren Profis aus der Region, die bei Zürcher Super-League-Klubs unter Vertrag stehen
Selmin Hodza (19), Uster. – FC Zürich, Vertrag bis 2025, 1 Super-League-Einsatz
Der Mittelfeldspieler wurde unlängst offiziell ins «Eins»-Kader befördert, wo er in dieser Saison zu einem Einsatz im Cup kam. Hodzas Alltag findet grösstenteils noch in der drittklassigen Promotion League (5 Partien) statt, wo der Ustermer in fünf Partien mit der U21 auflief. Derzeit ist Hodza mit dem Schweizer U20-Nationalteam unterwegs – und bestreitet mit ihm zwei Testspiele.
Lindrit Kamberi (23), Volketswil. – FC Zürich, Vertrag bis 2025, 24 Super-League-Einsätze (1 Tor)
Kamberi durchlebt mit dem Meister schwierige Zeiten. Ein Video in den sozialen Medien, ausgerechnet mit ihm im Zentrum, fasst das derzeitige Elend zusammen.
Der Volketswiler erleidet darin in einem Zweikampf mit dem Genfer Enzo Crivelli eine böse Bodenlandung. Und doch: Mit 1224 Einsatzminuten zählt der Innenverteidiger zu den am meisten berücksichtigten Spielern im FCZ-Kader.
Granit Lekaj (32), Pfäffikon. – FC Winterthur, Vertrag bis 2023
8 Super-League-Einsätze
Mit 32 noch das Debüt in der Super League: Damit dürfte Lekaj eine Ausnahme sein. Aufsteiger Winterthur beisst dort derzeit mit seinem Captain allerdings hartes Brot. Der Innenverteidiger ist aber unbestrittener Leader, der auch bei heftigen Niederlagen vor der TV-Kamera Klartext redet. Der Pfäffiker spielte sämtliche Meisterschaftspartien über die volle Distanz.
Elmin Rastoder (20), Rüti. – GC (an Vaduz verliehen), Vertrag bis 2024, 2 Super-League-Einsätze
Auf sein erstes Tor in der Challenge League für Vaduz wartet der Rütner Rastoder nach 7 Meisterschaftseinsätzen noch immer. Dazu passt, dass die Liechtensteiner auch nach 8 Partien sieglos sind. Ein Grund dafür könnte die überraschende Qualifikation für die Gruppenphase in der Conference League sein, was eine Mehrbelastung zur Folge hat.
Ilan Sauter (21), Maur. – FC Zürich, Vertrag bis 20233 Super-League-Einsätze
Zuletzt war Sauter für zwei Jahre an den Challenge-League-Klub Wil verliehen – und sammelte dort Spielpraxis. Zurück beim Stadtklub konnte der Innenverteidiger, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, bisher kaum Werbung machen. Der Maurmer spielte Anfang Meisterschaft zweimal für die U21 in der Promotion League und zog sich dann eine Fussverletzung zu. Seither ist er im Aufbautraining. (zo)
