Ustermer Handballer vor Reifeprüfung nach Umbruch
Ein erstes Müsterchen, wie es in der 1. Liga zu und her gehen wird, bekam das Erstliga-Team Uster/GC Amicitia unlängst in der 1. Vorrunde des Schweizer Cups gegen das gleichklassige Pfader Neuhausen zu spüren. 26:27 verlor es – nachdem es in der Schlussphase noch 23:20 geführt hatte. Am Ende fehlte die Abgeklärtheit.
Für Trainer Arthur Brunner war das Spiel dennoch «ein guter Gradmesser» vor dem Start vom Samstag auswärts gegen den TV Pratteln. Er erwartet dort einen Gegner von ähnlichem Schlag und rechnet deshalb «mit einem physischen Spiel in unangenehmer Atmosphäre».
Die neue Spielgemeinschaft der Vereine Uster und GC/Amicitia steigt mit einem stark verjüngten Team in die Meisterschaft.
Nötig wurde die Kooperation aufgrund eines Umbruchs im Ustermer Kader. «Es sind wichtige Figuren weggebrochen», sagt auch Brunner. Die Existenz in der 1. Liga wäre gefährdet gewesen ohne Hilfe von Aussen.
Diese alleine kompensiert aber noch keinen Substanzverlust. Immerhin wechselten die abtrünnigen Ustermer Peter Balsiger, Kenneth Tan und Gianluca Schaub allesamt in die NLB.
Die verbliebenen Routiniers
Als wenige Routiniers sind so Roman Flessati und Nils Galys aus dem alten Team verblieben. Nachgezogen wurden dafür eine Reihe von Spielern aus der U19. Bange ist Brunner deshalb aber nicht. Er hat bisher «eine hoch motivierte Truppe» im Trainingsalltag erlebt.
Brunner weiss von was er spricht. Der Nachfolger von Walter Flessati coachte letzte Saison die zweite Mannschaft von GC/Amicitia, der sogar der Aufstieg in die NLB gelang. Nun ist für ihn neuerlich Aufbauarbeit gefragt.
Unterstützung kriegt er dabei vom Ustermer Rakesh Sherpa, den er als gleichberechtigten Trainerkollegen bezeichnet. Diese Aufgabenteilung ist nur schon deshalb nötig, weil Brunner da und dort aufgrund von internationen Einsätzen als Schiedsrichter auch fehlen wird.
Bezüglich der möglichen Perspektiven gibt sich der neue Trainer noch zurückhaltend. «Wir müssen uns zunächst zurecht finden – nicht unbedingt im Bereich der Technik und vom Tempo her. Aber bezüglich Härte und im mentalen Bereich», glaubt er.
Überhaupt erwartet Brunner eine ausgeglichene Gruppe, in der Siggenthal/Vom Stein Baden als Favoriten herausstreicht. Einiges traut er auch Auftaktgegner Pratteln zu.
Klar ist sowieso: Die Qualifikation zur Finalrunde bleibt ein schwieriges Unterfangen. Nur den zwei besten Teams der Gruppe ist dieser Schritt vorbehalten. Den Ustermer gelang dieser Sprung zuletzt 2018 – allerdings noch unter anderen Voraussetzungen.
