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«Das gibt es in 100 Jahren nur einmal»

Nathalie Widmer, Nubia Rispoli und Derin Degirmenler sind beim FC Rüti gross geworden. Jetzt spielen die jungen Fussballerinnen sogar gemeinsam im U16-Nationalteam.

Rütner Nachwuchshoffnungen: Derin Degirmenler, Nathalie Widmer und Nubia Rispoli (v. r.).

Foto: PD

«Das gibt es in 100 Jahren nur einmal»

Sie laufen mittlerweile alle für Grossklubs aus der Schweiz auf. Mit Nathalie Widmer, Nubia Rispoli und Derin Degirmenler sind allerdings gleich drei Spielerinnen des U16-Nationalteams beim FC Rüti gross geworden.

«Das gibt es in 100 Jahren vermutlich nur einmal», sagt Ernst Widmer. Er muss es wissen. Er ist nicht nur der Leiter der Frauenabteilung beim FCR – sondern war auch über viele Jahre Trainer im Verein.

Und vor allem: Zum talentierten Oberländer Trio, das mittlerweile im Nachwuchs des FC Zürich spielt, gehört mit Nathalie Widmer seine Tochter.

Die 15-jährige Verteidigerin dürfte auch am weitesten in der Entwicklung sein. Widmer verbrachte die letzten beiden Jahre im weiblichen Ausbildungszentrum des Schweizerischen Fussballverbands in Biel – und ­konnte so Schule und Sport ideal verbinden.

Sie war zudem bereits in der Vorsaison eine feste Grösse in der U16-Auswahl – und hat acht Länderspiele bestritten. Die vorläufigen Höhepunkte: ihr erstes Länderspiel-Tor gegen Wales sowie ein 1:0-Erfolg über den grossen Nachbarn aus Deutschland vor mehreren hundert Zuschauern. «Das war ein unbeschreib­liches Gefühl», sagt sie.

Die Premiere muss warten

Ein weiterer Match fand nun unlängst im Rahmen eines Zusammenzugs in Nidau statt. Es war allerdings kein offizielles Länderspiel, weil die U16 «nur» gegen das NLB-Team von Biel testete – und standesgemäss 6:0 gewann.

Eigentlich hätte es auch der erste gemeinsame Auftritt im Schweizer U16-Trikot der drei Rütnerinnen sein sollen. Nur hatte sich Mittelfeldspielerin Degirmenler zuvor im Training eine leichte Verletzung zugezogen, sodass sie pausieren musste.

Die nächste Gelegenheit könnte es nun Ende Oktober geben, wenn die U16 die ersten offiziellen Länderspiele bestreitet.

Doch wie ist es überhaupt möglich, dass gleich drei Rütnerinnen schweizweit zu den Besten ihres Jahrgangs zählen? «Wir haben schon früh dreimal trainiert – und grossen Wert auf die Technik gelegt», sagt Widmer.

«Sie tanzten bereits im D-Junioren-Alter den gleichaltrigen Jungs um die Ohren.»
Enrico Juchler, ehemaliger Trainer beim FC Rüti

Derweil erinnert sich der ehemalige Trainer Enrico Juchler: «Sie tanzten bereits im D-Junioren-Alter den gleichaltrigen Jungs um die Ohren.»

Das Talent blieb auch dem Regionalverband nicht lange verborgen – er lud das Trio schon bald zu Trainings und Sichtungsturnieren ein. 

Dem FC Rüti blieb es bis zuletzt eng verbunden. Mit einer Doppellizenz und einer altersbedingten Sonderbewilligung ausgestattet, kamen die Spielerinnen öfters im Frauenteam des FCR zum Einsatz. Und hatten Anteil am Aufstieg in die 3. Liga.

Das Rütner Shirt dürfte in der neuen Saison nun nur noch Degirmenler vereinzelt tragen. Für Widmer und Torhüterin Rispoli sind derweil neu zusätzliche Einsätze bei Oerlikon/Polizei (NLB) und Zürisee United (2. Liga) geplant.

Der Spagat Sport und Schule

Der Alltag der Oberländerinnen findet aber auf dem Schwamendinger Heerenschürli statt – der Heimstätte des FCZ. Vier Trainings in der Woche sind dort die Regel, dazu kommen vereinzelt Einheiten am Vormittag.

Während Widmer das Sportgymnasium besucht, kann Degirmenler, die eben ihre KV-Ausbildung begonnen hat, auf einen sportfreundlichen Arbeitgeber zählen. Rispoli besucht derweil in Rüti noch die Schule.

Für die jungen Fussballerinnen ist der ständige Spagat aber keine Belastung. «Sie sind alle sehr ehrgeizig. Und es dreht sich ohnehin alles um Fussball», weiss Ernst Widmer. Geld damit zu verdienen, sei dabei gar nicht der Antrieb. «Einmal in einer ­europäischen Liga spielen – und eine andere Sprache lernen. Was willst du mehr?», fragt Vater Widmer.

Vorbilder gibt es mittlerweile genug. Rund zwei Drittel des aktuellen A-Nationalteams spielen im Ausland. Es ist auch ein Traum, den die drei ­jungen Rütnerinnen verfolgen.

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