Oberländer bleiben in Pratteln ohne Kranz
Der Schwingklub Zürcher Oberland (SKZO) geht zum dritten Mal in Folge an einem Eidgenössischen leer aus und verpasst mit seinen sechs qualifizierten Aktiven einen eidgenössischen Kranz. Das klingt im ersten Moment enttäuschend. Doch dass mit Fabian Kindlimann, Roman Schnurrenberger und Remo Ackermann drei von sechs SKZO-Athleten den Kranzausstich erreichten, lässt sich durchaus sehen.
Der gute Oberländer Mix aus Routine und vielversprechendem Nachwuchs wurde gerade an diesem Eidgenössischen sichtbar. Zudem ist der Klub auch in der Breite vielversprechend aufgestellt. Dass die Schwinger nicht nur mit ihren Leistungen eine gute Visitenkarte abgaben, freute besonders auch deren Präsidenten Daniel Spörri, der für die Athletenbetreuung zuständig war.
Die Oberländer schienen lange auf Kurs Richtung Kranzgewinn. Doch im fünften und sechsten Gang mit einigen Gestellten und Niederlagen liessen die SKZO-Schwinger zu viele wichtige Punkte liegen und der Anschluss ging etwas verloren. Es war von Gang zu Gang ein Auf und Ab der Leistungen. In den letzten beiden entscheidenden Durchgängen hätte es darum einen Exploit gebraucht, um doch noch zu Kranzehren zu kommen. Doch dieser blieb aus.
Der unerschrockene Gian Maria Odermatt
Und doch sind die Perspektiven für die Zukunft nicht schlecht. Auch dank Gian Maria Odermatt. Der 17-jährige Ustermer ging unerschrocken bei seiner erstmaligen Teilnahme ans Werk und zeigte sich lange von seiner besten Seite. Doch am Ende fehlte ihm das Wettkampfglück. Die Gewissheit, seinen Fans mit seiner draufgängerischen Schwingart grosse Freude bereitet zu haben, wird für ihn Ansporn für weitere (Gross-)Taten sein.
Wie schon 2019 ging für den 23-jährigen Hinwiler Nicola Funk nach dem ersten Tag die schwingerische Arbeit zu Ende, wenn auch ungewollt, musste er doch infolge einer Verletzung auf den vierten Gang verzichten. Die ersten drei Gänge endeten zweimal mit Niederlagen bei einem Unentschieden.
Auch für den 21-jährigen Turbenthaler Benjamin Nock war schon am Samstagabend nach vier Gängen Schluss. Je zwei Unentschieden und zwei Niederlagen wies sein Notenblatt auf, was gerade mal für 34,50 Punkte reichte. Er befand sich mit rund 70 Schwingern in bester Gesellschaft. Auch Eidgenossen wie die Appenzeller Raphael Zwyssig oder Martin Hersche gehörten dazu. Mit ihrem jugendlichen Alter können Funk und Nock und der 17-jährige Odermatt wertvolle Erfahrungen für die Zukunft mitnehmen. In drei Jahren stehen sie alle immer noch im besten Schwingeralter. Die fehlende Erfahrung und Routine hat ihnen an diesem Eidgenössischen (noch) nicht bis zum Kranz gereicht.
Fabian Kindlimann einmal mehr der Beste
Bester Oberländer war der Fischenthaler Fabian Kindlimann, der 2013 in Burgdorf den letzten Kranz für den SKZO holte. Seine Bilanz: drei Siege, fünf Unentschieden. Nur einen Viertelpunkt weniger totalisiert der Sternenberger Roman Schnurrenberger im Rang 14c mit 73,50 Punkten. Vier Siege, drei Niederlagen und ein Unentschieden ist eine gute Leistung in einer für ihn nicht optimal verlaufenen Saison. Ebenso für den Kranzausstich qualifizierte sich der Hinwiler Remo Ackermann. Drei Siege und ebenso viele Niederlagen mit zwei Gestellten brachte ihn das Punktetotal von 72,75 auf Rang 17k.
Insgesamt gab es drei Duelle von Oberländer Schwingern mit Eidgenossen. Jenes zwischen Kindlimann und Kilian von Weissenfluh endete unentschieden und Schnurrenberger (gegen Benjamin Gapany) und Ackermann (Reto Nötzli) verloren ihre Begegnungen.
Insgesamt wurden 44 Kränze abgegeben. Fünf Schwingern fehlte das berüchtigte «Vierteli», unter anderem dem sechsfachen Eidgenossen Christian Schuler aus Rothenthurm.
Die Kranzverteilung: 17 Berner Kantonal-Schwingerverband, 10 Nordostschweizerischer Schwingerverband, 7 Innerschweizer Verband, 7 Nordwestschweizer Verband, 3 Südwestschweizer Verband. (Franz Steiner)
Der Oberländer Gang-Ticker unseres Korrespondenten Franz Steiner zum Nachlesen:

