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Schlumpf büsst für ihren Angriff

Bis fünf Kilometer vor Schluss läuft Fabienne Schlumpf beim EM-Marathon in München in der Spitzengruppe. Dann greift sie an, bricht kurz darauf aber ein und wird Neunte.

Schlumpf büsst für ihren Angriff

Fabienne Schlumpf hat an den Europameisterschaften in München die angepeilte Medaille verpasst. Die Wetzikerin beendete den Marathon mit einer Zeit von 2:30:17 Stunden auf dem 9. Rang.

Schlumpf machte bis wenige Kilometer vor dem Ziel einen ausgezeichneten Eindruck. Und schien in ihrem erst vierten Marathon der Karriere in den Kampf um die Podestplätze eingreifen zu können. 

«Ich fühlte mich wirklich sehr lange sehr gut. Von einem Moment auf den nächsten wurden die Beine aber gefühlt doppelt so schwer, danach war es ein weiter Weg ins Ziel.»
Fabienne Schlumpf

Eine zehnköpfige Spitzengruppe bog auf die letzte der vier Runden ein. Zu dieser gehörte beispielsweise die Holländerin Nienke Brinkman, die mit einer Bestzeit von 2:22:51 Stunden die Startliste anführte. Aber eben auch Schlumpf, die mit 2:26:14 Stunden den Schweizer Rekord hält.

Die Olympiazwölfte von Tokio war es dann auch, die bei Kilometer 35 das Tempo verschärfte. Mit ihrem Angriff sprengte Schlumpf die Gruppe. Lag für die Oberländerin gar der ganz grosse Triumph in der Luft? 

Sie wird nach hinten durchgereicht

Die Antwort liess nur kurz auf sich warten. Denn Schlumpf musste für ihren bis dahin sehr starken Auftritt büssen. Rund fünf Kilometer vor Schluss vermochte sie das Tempo nicht mehr zu halten. Sie musste abreissen lassen und wurde nach hinten durchgereicht. 

«Ich fühlte mich wirklich sehr lange sehr gut», sagte Schlumpf gegenüber SRF. «Von einem Moment auf den nächsten wurden die Beine aber gefühlt doppelt so schwer, danach war es ein weiter Weg ins Ziel.»

Die Polin Aleksandra Lisowska holte schliesslich Gold. Es ist der grösste Erfolg ihrer Karriere. Matea Parlov Kostro aus Kroatien schnappte sich Silber, Favoritin Brinkman, die an der EHT Zürich doktoriert, sicherte sich hauchdünn noch Bronze. 

Für Schlumpf, die 2019 über 3000 m Steeple EM-Silber geholt hatte, blieb letztlich der 9. Rang. Bis ins Ziel wuchs ihr Rückstand auf die Siegerin noch auf 1:41 Minuten an.

Wie eine Einsteigerin

Das Resultat mag auf den ersten Blick eine Enttäuschung sein. Schlumpf war angetreten, um eine Medaille zu gewinnen. «Ich traue mir das zu», hatte die 31-jährige Ende Juni gesagt, nachdem sie definitiv entschieden hatte, an der EM zu starten.

Dass Schlumpf im Rennen eine solche prägende Rolle spielte, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. Kurz vor Weihnachten war bei der Läuferin eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert worden. Die Erkrankung zog eine eine dreimonatige Laufpause nach sich. Erst im April durfte sie wieder mit Laufen beginnen, fühlte sich dabei aber wie eine Einsteigerin. 

Sie fühlt sich wieder wie eine Anfängerin

14.04.2022

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Marathonläuferin Fabienne Schlumpf hat nach ihrer Herzmuskelentzündung einen langen Weg zurück vo Beitrag in Merkliste speichern In der Folge fand Schlumpf wie erhofft zurück in die Spur. Das Selbstvertrauen, sich einen Podestplatz zum Ziel zu setzen, eignete sie sich in den letzten Wochen im Training an. Schlumpf bereitete sich im Engadin vor, ehe sie für die letzten zwei Wochen vor dem Wettkampf ins Oberland zurückkehrte.

Da konnte sie sich auch gut an die Temperaturen gewöhnen, wie sie nun beim Rennen in München herrschten. Lange ging Schlumpfs Plan in München vollständig auf, ehe sie den Anstrengungen Tribut zollen musste.  «Ich holte bis zum Schluss alles aus mir heraus, mehr war heute nicht möglich. Ich glaube, ich kann sehr stolz sein auf den 9. Rang», bilanzierte Schlumpf. (ome)

 

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