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Usters Handball-Drachen brauchen Hilfe

Erstligist TV Uster spannt nach dem Verlust einiger Stammspieler für die neue Saison mit GC/Amicitia zusammen. Und auch der neue Trainer kommt vom Partnerklub. 

Seine Tore werden fehlen: Usters Peter Balsiger wechselt in die NLB., TVU-Trainer Walter Flessati war zum Ende der Saison zurückgetreten.

Archivfoto: Nicolas Zonvi

Usters Handball-Drachen brauchen Hilfe

Die Red Dragons sind sie noch immer. Und doch ist der vor Jahren eingeführte Name nur noch abgekürzt, quasi verkümmert erkennbar. Die einzigen Erstliga-Handballer aus der Region steigen nämlich nun als SG RD ­Uster/GC Amicitia in die neue Meisterschaft.

Der TV Uster hat sich also zu einer Spielgemeinschaft mit dem Stadtzürcher Grossklub zusammengeschlossen. Es ist ein pragmatischer Entscheid. «Wir hatten einen Goalie und acht Feldspieler – darunter noch Verletzte. Es waren deshalb intensive Gespräche nötig», sagt Sportchef Rolf Schärer. 

Grund für den eigenen personellen Engpass ist ein Umbruch. Top-Torschütze Peter Balsiger, Kenneth Tan und Captain Gianluca Schaub schlossen sich allesamt NLB-Aufsteiger GC Ami­citia/HC Küsnacht an. Dazu kommt, dass sich Torhüter Fabrizio Steiner – auch er ein Leistungsträger – für eine Pause entschieden hat.

Laut Schärer wären dadurch sechs oder sieben neue Spieler nötig gewesen, um wieder eine vernünftige Spielerdecke hinzukriegen. Dies durch externe ­Kräfte zu schaffen, erwies sich schnell als unwahrscheinliches Szenario. Verworfen wurde zudem die Idee, die beiden Ustermer Aktivteams für die Trainings zusammenzulegen, die Saison aber separat zu bestreiten. «Das hätte nicht gepasst. In der zweiten Mannschaft steht der Spass im Vordergrund», sagt Schärer. 

Ein Identitätsverlust?

Ein gemeinsamer Nenner wurde dafür mit GC/Amicitia gefunden. Nicht zuletzt deshalb, weil dessen Zweitliga-Team den erhofften Aufstieg verpasst hatte – und der Verein durch die Koopera­tion mit Uster auch in der 1. Liga eine Mannschaft mit Spielern aus den eigenen Reihen stellen kann. «Sie ist eine wichtige Stufe – gerade als Einstieg bei den Erwachsenen», sagt TVU-Sportchef Schärer, der das Miteinander bisher als unkompliziert erlebt hat.

Gestärkt wurden seine Eindrücke durch den ersten gemeinsamen Auftritt von Anfang August bei einem Vorbereitungsturnier in Visp. «Das war schon recht vielversprechend», freut sich Schärer mit Blick auf die im September startende Meisterschaft.

Mögliche Bedenken, dass der TVU durch die Neuerung an Identität verlieren wird, hat er nicht. «Dafür ist die Zusammenarbeit zu opportun. Sie hilft GC/Amicitia genauso wie auch uns.»

Geklärt ist beispielsweise schon die Trainernachfolge von Walter Flessati, der zum Ende der letzten Saison zurückgetreten war. Er wird durch Arthur Brunner ersetzt, dem bei GC/Amicitia mit der zweiten Mannschaft zuletzt der Aufstieg in die NLB gelang. Unterstützung an seiner Seite kriegt er vom Ustermer Rakesh Sherpa.

Der Staff soll zudem noch mit einer dritten Person ­ergänzt werden, da Chefcoach Brunner als Schiedsrichter oft ­international unterwegs ist.

Heimspiele auch in Zürich

Die neue Konstellation zieht aber auch einige Veränderungen im Alltag nach sich. So wird eines der drei Trainings in der Woche inskünftig in Zürich stattfinden.

In dieses Bild passt, dass vereinzelt Heimpartien in der Heimat von GC/Amicitia stattfinden werden. Allerdings im entsprechenden Rahmen – als Vorspiel eines NLA- oder NLB-Spiels. «Das war mir wichtig», betont Sportchef Schärer.

Der TV Uster selbst will die veränderte Situation nutzen, um den Nachwuchs wieder zu stärken. «In der Juniorenarbeit ­wurde nicht immer das gemacht, was nötig gewesen wäre. Die Auswirkungen sind immer erst einige Zeit später spürbar», sagt Schärer.

Breite schaffen, das sei deshalb nun das Ziel. Mit dem Wissen, dass dies kein einfaches Unterfangen ist. «Das Angebot für die Jungen ist viel grösser als noch vor 20 Jahren. Dazu kommt die Vereinsdichte mit arrivierten Handballklubs in Zürich, Winterthur und Stäfa.»

Und doch kann der TVU als ersten kleinen Schritt für die neue Saison wieder ein U19-Team stellen. Damit hat er wieder alle Altersstufen abgedeckt. «Die Pyramide steht. Sie ist aber noch immer dünn», sagt ­Schärer.

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