Odermatt überrascht mit mentaler Stärke
Am letzten Kranzfest vor dem Eidgenössischen hinterliess etwas überraschend Gian Maria Odermatt den besten Eindruck aus Sicht des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO).
Der junge Ustermer klassierte sich am Bergkranzfest auf der Schwägalp vor fast 14’000 Zuschauern im neunten Rang, nachdem er zunächst am Vormittag noch drei Gänge verloren hatte.
«Da hat er richtig aufgedreht», freute sich SKZO-Präsident Daniel Spörri über die mentale Stärke von Odermatt die ihm drei Siege bescherte, und ohne die eine solche Steigerung im Verlauf des Tages nicht möglich gewesen wäre.
Auf Platz 11a klassierte sich Remo Ackermann. Der Hinwiler erzielte je zwei Siege und Niederlagen und musste sich gegen Beni Notz, den er noch vor Wochenfrist in Schaffhausen bezwungen hatte, mit einem Gestellten zufrieden geben.
Kindlimann muss sich steigern
Derweil reichte es für den Fischenthaler Fabian Kindlimann zu Rang 12, der gleich vier seiner sechs Gänge stellte. «Fabian muss sicher für einen Kranz am Eidgenössischen noch etwas Gas geben», sagte Spörri.
Von einem erwartbaren Resultat sprach der SZKO-Präsident im Zusammenhang mit dem Turbenthaler Benjamin Nock, der sich nach zwei Siegen, einem Gestellten und drei Niederlagen auf dem 16. Platz wieder fand.
Sorgen bereitet hingegen die Formkurve des Sternenbergers Roman Schnurrenberger, der zwei Siege erzielte, gleich dreimal stellen musste und einmal als Verlierer aus dem Sägemehl ging. «Von den Notenblättern her müsste mehr drin liegen», findet Spörri.
Giger eine Klasse für sich
Ganz vorne trumpfte derweil Samuel Giger abermals auf. Der Thurgauer gewann trotz seiner erst 24 Jahre zum fünften Mal – es ist ein Rekord – das Bergkranzfest.
Auf dem Weg zu seinem 26. Kranzfestsieg mass sich Giger zweimal mit Roger Rychen. Sowohl im 3. Gang als auch im Schlussgang bezwang er den Glarner, den Sieger des diesjährigen Zürcher Kantonalfests in Ossingen, souverän. Beim ersten Mal mit einem Plattwurf, beim zweiten Mal im Bodenkampf.
Mit fünf Kranzfestsiegen ist Samuel Giger auch in der Saison 2022 der erfolgreichste Schwinger. Ins Eidgenössische Fest von Ende August in Pratteln wird er jetzt erst recht als der erste Anwärter auf den Titel des Schwingerkönigs starten.
Auch Giger ist indessen nicht ganz unverwundbar. Auf der Schwägalp musste er sich im 4. Gang – es war eine Überraschung – vom Freiburger Nichteidgenossen Johann Borcard in einen Gestellten zwingen lassen. (spo/zo)

