Deshalb ist der FC Uster der logische Aufsteiger
Zu rauschenden Sause ist es nach dem Aufstieg in die 2. Liga interregional nicht gekommen. Usters Sportchef Roland Leemann spendierte Pizzas und Freibier nach dem finalen und entscheidenden 4:1-Erfolg in der letzten Runde über Töss.
Auch von einer möglichen Verschiebung ins Stadtinnere liess man ab. «Das hätte an einem Sonntag nichts gebracht», sagt Leemann. Gegen Abend löste sich deshalb die Feier auf dem Buchholz bereits wieder auf.
Der als grosser Favorit in die Saison gestartete FC Uster verdiente sich die Rückkehr nach dem Abstieg im Jahr 2019 durch einen eigentlichen Start-Ziel-Sieg in der Rückrunde. Er übernahm sogleich die Tabellenspitze und hatte schon bald nur noch einen ernsthaften Verfolger – den FC Schaffhausen 2.
Dieser war es auch, der den Ustermern die einzige Niederlage in der zweiten Meisterschaftshälfte beifügte. Um den Leader noch zu überflügeln, fehlte aber vor allem auswärts die letzte Konstanz. So verlor der FCS beispielsweise wertvolle Punkte in Greifensee und Gossau.
Die Nerven behalten
Und doch blieb es bis in die Schlussrunde spannend – weil auch Uster verschiedentlich gegen vermeintlich Schwächere patzte. «Es hat Nerven gebraucht», sagt Leemann.
Der Sportchef hatte sich im Spätherbst nach einer denkwürdigen Heimniederlage für Aussenstehende überraschend von Coach Ursal Yasar getrennt. Fehlende Impulse von der Seitenlinie und ein schlechtes Defensivverhalten monierte Leemann damals – und handelte deshalb, um den möglichen Erfolg nicht zu gefährden.
«Ich würde alles wieder so machen»
Roland Leemann, Sportchef FC Uster
Er verpflichtete dafür in der Winterpause den Trainer-Novizen Etienne Scholz. «Ich würde alles wieder so machen», sagt Leemann heute. Und trotzdem: Interessanterweise holte der FCU unter der neuen Führung im Frühling ebenso viele Punkte.
Der Mut bei der Trainerwahl hat sich bisher gelohnt
19.05.2022

FC Uster
Zweitligist Uster ist mit Etienne Scholz auf Aufstiegskurs – und baut weiterhin auf den Jungtrain Beitrag in Merkliste speichern Mit dem erst 28-jährigen Scholz stiessen auch eine Reihe von jungen Spielern vor allem für die Defensive dazu, die den ohnehin schon üppigen Kader veredelten.
Am gesamten Auftritt änderte sich aber wenig. Der FCU erzielte weiterhin viele Tore, und blieb wiederholt anfällig auf einige Gegentreffer. Gefragt war aber auch Fingerspitzengefühl im Staff, um Unzufriedene bei fehlender Einsatzzeit wieder in die Spur zu kriegen.
Geht der beste Skorer?
Für die nächste Saison sind derweil keine grossen Kaderveränderungen zu erwarten. Es ist wohl auch nicht nötig. Das Usteremer Team zählte in der Gruppe 2 zu den Jüngsten. An Entwicklungspotenzial sollte es also nicht fehlen.
Sicher neu dazu stösst ein Goalie. In den letzten drei Partien stand Torhütertrainer David Sugar im Gehäuse. Insgesamt sollen zwei bis drei Spieler dazu stossen. «Erneut alles Junge», betont Leemann.
Möglich ist aber der Abgang von Altin Ramabaja, dem besten Torschützen im Team (15 Treffer). Der Stürmer wird bei den Promotion-League-Teams Rapperswil-Jona und St. Gallen U21 vorspielen.
Der FC Uster kehrt just während einer Ligareform in die Interregio zurück. Grössere Gruppen, aber auch mehr Absteiger wird es geben.
Dennoch ist man in den Reihen des FCU zuversichtlich, dass man nicht wie beim letzten Aufenthalt nach nur einer Saison wieder absteigen muss. Leemann spricht als Ziel «von einem Mittelfeldplatz».
Erreicht werden soll dieser mit einem minim grösseren Budget. Es sei aber in keiner Weise mehr mit den üppigen Ustermer Interregio-Jahren (2012 bis 2017) vergleichbar, betont Leemann. Insofern wäre die Etablierung in einem ersten Schritt wohl schon ein Erfolg – und ein erneuter Grund für eine kleine Feier.
