Sie ist keine, die wild und unkontrolliert Postings absetzt. Abassia Rahmani geht auf Social Media sehr bewusst vor. Einzig auf Instagram ist die Para-Leichtathletin aus Wila vertreten. Ihren Auftritt dort pflegt sie selbst und gewährt Einblicke in ihr Sportlerinnenleben, setzt Nachrichten im Rahmen von Sponsorings ab – wie es zu einer Profisportlerin eben passt. Professionell wirkt das, authentisch – und wenig kontrovers.
Umso bemerkenswerter ist ein Posting aus dem April. Die WM im japanischen Kobe sei vom August 2022 auf das paralympische Jahr 2024 verschoben worden, «Covid ist der offizielle Grund, während jeder andere grosse Sportevent stattfindet», schreibt Rahmani.
Und kritisiert: «Das wird dem Level der Professionalität nicht gerecht, das die Para-Leichtathletik in den letzten Jahren erreicht hat. Viele Faktoren wie die Finanzierung und Sponsoring-Vereinbarungen hängen davon ab, an solchen Anlässen klassiert zu sein.»
Rahmani sagt: «Ich habe das geschrieben, weil es sonst niemand getan hat.» Sie sei erstaunt gewesen, dass sich nach der vom Weltverband World Para Athletics nur marginal kommunizierten WM-Absage lange niemand geäussert habe. «Es ist wohl in der DNA des Sportlers, dass man etwas abhakt und den Fokus neu ausrichtet», denkt sie.

