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Der Captain des FC Winterthur ist ein Pfäffiker – so erlebte er den Aufstieg

Granit Lekaj hat mit dem FC Winterthur den Aufstieg in die Super League geschafft. So waren die Stunden nach dem historischen Triumph für den Captain und Abwehrchef.

Der grosse Moment: Granit Lekaj kann im Kreis seiner Teamkollegen den Aufstiegspokal in die Höhe stemmen., Sayfallah Ltaief trifft zum 1:0 gegen Kriens und wird von Granit Lekaj gefeiert., Für den FC Winterthur ist es der erste Aufstieg in die Super League nach 37 Jahren., Der Pfäffiker Lekaj bestritt über 300 Spiele in der Challenge League., Auch der Gossauer Roberto Alves zählt zu den Lieblingen der Fans., Zurück in Winterthur mit dem Pokal.

Foto: Madeleine Schoder

Der Captain des FC Winterthur ist ein Pfäffiker – so erlebte er den Aufstieg

Der FC Winterthur spielt nächste Saison erstmals nach 37 Jahren (!) wieder in der Super League. Schlüsselrollen bei diesem Erfolg haben auch zwei Fussballer aus der Region. Der Gossauer Roberto Alves, der mit je 12 Toren und Assists zu den auffälligsten Figuren der Liga zählt.

Und FCW-Captain Granit Lekaj: 337-mal lief der Pfäffiker in der Challenge League auf. Nur zwei mittlerweile zurückgetretene Fussballer kamen auf mehr Einsätze als der Verteidiger. Rekordspieler der zweithöchsten Spielklasse wird Lekaj nun wohl nicht. Dafür fehlen ihm knapp 40 Partien. Er läuft zwar weiter für den FCW auf – feiert allerdings durch den Aufstieg im hohen Fussballeralter noch ­seine Premiere in der Super League.

Aus dem Traum ist Wirklichkeit geworden – Granit Lekaj hat mit dem FC Winterthur Fussball-Geschichte geschrieben.

 

Mit 32 spielen Sie erstmals in der Super League. Was hätten Sie vor der Saison dazu gesagt?
Granit Lekaj: (Überlegt lange.) Ich weiss es nicht. Wahrscheinlich, dass im Fussball alles möglich ist. Es ist nie zu spät, um den nächsten Schritt zu machen.

Wie würden Sie diese verrückte Saison mit immer wieder anderen Konstellationen an der Spitze der Challenge League beschreiben?
Es war wirklich eine Meisterschaft voller Höhen und Tiefen. Gerade das letzte Viertel ­brauchte viel Kraft – physisch genauso wie psychisch. Und wir sind die Glücklichen.

Das Glück schien dem Team zwischenzeitlich abhandengekommen zu sein. Gerade in der Phase mit vier Remis in Serie, als es schien, der FCW würde den Aufstieg verspielen.
Wir waren aber auch da immer das bessere Team. Trotz vielen Chancen wollten einfach die Tore nicht fallen.

Am letzten Spieltag erfüllten Sie gegen Absteiger Kriens souverän die Pflicht. Wie sehr war das Team über die Ereignisse in Aarau informiert?
In der ersten Hälfte waren wir auf uns konzentriert. Wir lagen selbst bald 2:0 vorne – die Führung von Vaduz haben wir aber trotzdem auf dem Platz mitgekriegt. In der Schlussphase änderte sich unser Fokus. Wir wollten eigentlich nur noch das Spiel hinter uns bringen. Der Blick schweifte ständig Richtung Bank.

Dem FC Aarau hätte sogar ein Unentschieden gereicht. Wart Ihr überrascht, dass er diese Ausgangslage noch verspielte?
Wir haben immer daran geglaubt – und wussten, dass es für die Barrage reicht. Aaraus Gegner Vaduz ist zudem keine Gurkentruppe. Uns war klar, dass das Team alles gibt. Es ist kein schönes Gefühl für einen Fussballer, wenn du siehst, wie der Gegner den Aufstieg feiert, während du in der Kabine daneben sitzt.

«Ich kann den ganzen Erfolg noch nicht so richtig fassen. Dafür braucht es wohl etwas Zeit.» 

Und dann verlor Aarau tatsächlich. Was ging hinterher ab?
Es war ein überwältigendes Gefühl. Wir haben unseren Emotio­nen freien Lauf gelassen. Mit den Fans, die auf den Platz stürmten, und der Pokalübergabe. Aber ganz ehrlich: Ich kann den ganzen Erfolg noch nicht so richtig fassen. Dafür braucht es wohl etwas Zeit. Bei der Rückreise mit dem Car haben wir dann unterwegs einen Halt gemacht, um etwas zu essen. Niemand hatte da noch Lust auf Spaghetti. Wir ­haben für einmal etwas anderes gegessen (lacht).

Ihr habt Euch also so quasi für die Feier in Winterthur gestärkt, wo Tausende von Fans bereits warteten.
Ja. Die Stadt war im Ausnahmezustand. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es sind eigentlich unbeschreibliche Eindrücke.

Viel haben Sie in der Nacht des Triumphs nicht geschlafen.
Ich bin um 6 Uhr in der Früh ins Bett gekommen. Fünf Stunden später trafen wir uns bereits wieder zum Brunch mit dem Team. Da war auch die Familie dabei – das war sehr schön. 

Seit der zweiten Meisterschaftshälfte war der frühere Ausnahmestürmer Alex Frei Trainer. Wie gross ist sein Anteil?
Der ist natürlich gross. Auch wenn wir schon unter seinem Vorgänger Ralf Loose gut positio­niert waren. Es fehlte dort aber einmal mehr die letzte Konstanz. Doch Alex weiss aus eigener Erfahrung, wie man Meister wird. Er hat das Sieger-Gen in sich.

Und trotzdem verlässt er den Verein nach nur einem halben Jahr nach Basel.
Ich gönne ihm den Schritt. Das Fussballbusiness ist schnelllebig – ob als Spieler oder Trainer. Wenn du zu einem grösseren Klub wechseln kannst, ergreifst du diese Gelegenheit.

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