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Der Mut bei der Trainerwahl hat sich bisher gelohnt

Zweitligist Uster ist mit Etienne Scholz auf Aufstiegskurs – und baut weiterhin auf den Jungtrainer.

Etienne Scholz steht seit dieser Rückrunde an der Seitenlinie des Zweitligisten Uster., Sind sich einig: FCU-Sportchef Roland Leemann (l.) und Etienne Scholz., Ustermer Torjubel nach dem späten 3:2 gegen Rüti.

Archivfoto: Christian Merz

Der Mut bei der Trainerwahl hat sich bisher gelohnt

Er gibt sich selbst ein gutes Notenblatt. «Wir sind ergebnistechnisch nahe am Soll», sagt Usters Trainer Etienne Scholz. Einzig im Startspiel bei Brüttisellen-Dietlikon (1:1), in Gossau (3:3)  und gegen Wiesendangen (3:3) setzte es diesen Frühling Punktverluste ab. 

Als Hauptgrund dafür nennt er die äusseren Umstände. Der Platz in Brüttisellen sei der mit Abstand schlechteste gewesen. Und beim FCG kam der kleine Kunstrasen den kampfstarken Gastgebern entgegen. Danach feierten die Ustermer aber vier Siege in Folge.

Selbst nach dem jüngsten Remis gegen Wiesendangen bleiben sie als Leader der Zweitliga-Gruppe 2 auf Kurs. «Wir waren oft überlegener als es das Resultat zeigt», findet der Trainer sogar. 

«Bei den Spielern gibt es eine hohe Lernbereitschaft.»
Etienne Scholz, Trainer FC Uster

Der in der Winterpause zum FCU gewechselte Scholz zieht ein erstes positives Fazit. «Bei den Spielern gibt es eine hohe Lernbereitschaft. Das macht Spass.» Trainingsabsenzen sind deshalb die Ausnahme. «Das erleichtert meine Arbeit – gerade im taktischen Bereich», sagt Scholz.

Diese Eindrücke bestätigt Sportchef Roland Leemann und hat deshalb den Vertrag mit dem 28-Jährigen um zwei Saisons verlängert.

Der Fussball bestimmt seine Agenda

23.08.2021

Roland Leemann ist Sportchef beim FC Uster

Er pendelt zwischen Fussball-Welten und sieht seinen Klub mittelfristig in der 1. Beitrag in Merkliste speichern Klar ist: Scholz war nach der Trennung von Ursal Yasar eine mutige Wahl. Nur schon aufgrund seines Alters, der fehlenden Erfahrung als Mannschaftstrainer und den stets hohen Ansprüchen in Uster.

Einen ordentlich gefüllten Fussball-Rucksack brachte Scholz dennoch mit. In seiner Jugend trug er das Trikot von einigen Grossklubs. Und beim FC Wil kam er auf Stufe Challenge League zu immerhin 55 Einsätzen.

Spannungsfeld Schule/Klub

Profi ist er auch nach dem Ende seiner Aktivkarriere geblieben. Seit Anfang 2021 führt er in Oberwinterthur seine eigene Fussball-Schule. «Ich gebe 35 Stunden Training pro Woche», sagt er. Der Grossteil seiner Spieler ist im Alter von 15 bis 19 Jahren.

Das Besondere daran: Er sichtet die Fussballer selbst. «Das Potenzial für die Spitze im Breitensport muss vorhanden sein», ist einer seiner Grundsätze. Unter seinen Schützlingen sind auch sechs Spieler des Ustermer Zweitliga-Teams.

«Um Erfolg zu haben, müssen alle am selben Strick ziehen»
Roland Leemann, Sportchef FC Uster

Birgt dies nicht Konfliktstoff? «Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe», beteuert Scholz. Und bei ihm habe sowieso kein Spieler eine Stammplatzgarantie. Rückendeckung erhält er dabei von FCU-Sportchef Leemann. «Etienne rotiert viel, sodass alle zum spielen kommen. Um Erfolg zu haben, müssen alle am selben Strick ziehen.»

Vorentscheidung naht

Tatsächlich hat kaum ein anderes Zweitliga-Team die Kadertiefe von Uster. Gleich fünf neue Spieler stiessen zur Saisonhalbzeit zur ohnehin schon gut besetzten Mannschaft.

Dazu brachte der in der Vorrunde aus privaten Gründen noch pausierende Moritz Nebel viel Mentalität in die Mannschaft. Der ehemalige Regionalliga-Fussballer hatte gerade beim 4:3 über Veltheim als Doppeltorschütze nach einem 0:2-Rückstand entscheidenden Anteil an der Wende. Nebel ist mit 30 Jahren einer der wenigen Routiniers beim FCU, und deshalb in solchen Schlüsselmomenten gefragt.

Die eigentliche Schlüsselpartie für Uster steht am Samstag mit dem Duell gegen den FC Schaffhausen 2 an – dem letzten verbliebenen Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg. Gewinnt der FCU dort, ist die Rückkehr in die 2. Liga interregional nur noch eine Formsache – mit wahrscheinlich sechs Punkten Vorsprung. Zumal sie auch hinsichtlich Strafpunkte klar im Vorteil sind.

Trainer Scholz freut sich bereits auf den Vergleich – nur schon deshalb, weil zwei auf Ballbesitz spielende Teams aufeinander treffen. «Wir sind gut auf den Match vorbereitet», gibt er sich selbstbewusst.

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