Jetzt stehen die Fussballerinnen im Fokus
Der Zeitpunkt könnte fast nicht besser sein. Erst am Samstag holten die FCZ-Frauen im Letzigrund ihren bereits 15. Cup-Titel. Fast 8000 Zuschauer kamen bei garstigen Bedingungen, und sorgten damit für eine Rekordkulisse im Schweizer Frauenfussball. Es ist eine beachtliche Zahl, besuchen doch im Alltag der Women’s Super League (WSL) rund 100 Fans die Spiele.
Und doch gibt es im Frauenfussball bei besonderen Spielen mittlerweile hohe Zuschauerzahlen. So beispielsweise zuletzt in der Champions League, als 91648 Besucherinnen und Besucher das Duell zwischen Barcelona und Wolfsburg miterlebten.
Vor dem Titelrennen
Einen besonderen Moment erlebt morgen Mittwoch auch der FC Uster, der das traditionelle Dreistädte-Turnier nun erstmals für die Frauen austrägt.
«Der Frauenfussball erlebt einen Wachstum. Das Turnier ist also ein weiterer Schritt zur Gleichstellung», begründet Paolo Trigila, Leiter Frauen beim FCU, den Antrieb für die neue Veranstaltung. Und bei dieser tritt also der frischgebackene Cupsieger FC Zürich auf dem Buchholz an.
Es ist keine Selbstverständlichkeit, gilt es für ihn bereits am Samstag mit dem Playoff-Viertelfinal-Hinspiel gegen die YB-Frauen wieder ernst. Ob beispielsweise die Final-Torschützinnen Fabienne Humm und Martina Moser oder die Greifenseerin Naomi Mégroz mitspielen, scheint daher fraglich.
Laut Trigila sollen die Zürcherinnen mit einem Mischaufgebot aus dem WSL-Team und der U21-Equipe nach Uster reisen. «Es ist ein schöne Geste, dass der FCZ antritt. Und sollte geschätzt werden», findet er.
Der grösste Star steht beim Serienmeister aber sowieso an der Seitenlinie. Inka Grings, zweimal Europameisterin mit Deutschland, lief bereits von 2011 bis 2013 für den FCZ auf, ehe sie auf Anfang 2021 als Trainerin zurückkehrte.
Nebst dem organisierenden Zweitligsten Uster nimmt Winterthur teil. 2016 in der 3. Liga gestartet, eilte das Team seither von Erfolg zu Erfolg. Vorläufiger Höhepunkt: der Aufstieg in die zweithöchste NLB.
Das bekannteste Gesicht beim FCW ist Sarah Akanji. Die Zürcher Kantonsrätin und Schwester von Dortmund-Verteidiger Manuel trat allerdings zuletzt auf dem Rasen kaum mehr in Erscheinung.
Preisgekrönte Fankurve
Und die FCW-Frauen haben eine starke Anhängerschaft. Die Prosecco- und Popcornkurve des Klubs entschied unlängst das Publikumsvoting in der Kategorie Fanwelt des Sportförderpreises «Zündwürfel» für sich.
Viel Zuspruch wünscht sich auch Paolo Trigila für die weibliche Dreistädte-Turnier-Premiere. «Ich habe das Bild einer voller Tribüne vor mir», sagt er und hofft, dass viele Klubs mit ihren Juniorinnen nach Uster finden werden.
