Und am Ende stand sie da, mit dem Pokal im Rucksack, und lächelte. Das Bild, das Esther Neuenschwander am letzten Montag auf Instagram veröffentlichte, ist eigentlich ein Insiderwitz. Die 38-jährige Gockhauserin sorgt im Curlingteam von Skip Silvana Tirinzoni dafür, dass auch wirklich alles Material mitkommt – eben auch die Trophäe.
Schon bei den ersten beiden WM-Titeln 2019 und 2021 hatte sie für dieses Sujet posiert, und jedes Mal kriegte sie zu hören: «Den dürft ihr nicht mitnehmen.» Nun also tat sie es wieder – und stellte dazu auf Instagram die Frage Richtung Weltverband, ob sie denn den Pokal behalten dürften, wo sie ihn nun doch zum dritten Mal in Serie gewonnen hätten. «Es kam keine Reaktion», sagt Neuenschwander.
Unterdessen ist sie wieder in der Schweiz. Am Mittwoch wurden die Weltmeisterinnen am Flughafen von Freunden, Familien und Fans empfangen, das Schweizer Fernsehen war da – und glücklich lächelnd gab jede Spielerin Interviews. Sogar Neuenschwander, obschon das sonst gar nicht ihre Disziplin ist und sie sich mit ihrer Rolle als Second, die zwar im Spielaufbau wichtig ist, aber nicht im Rampenlicht steht, sehr gut identifizieren kann.
«Ich habe rasch realisiert, was wir erreicht haben», sagt sie mit einigen Tagen Distanz. Vielleicht, weil man nach zwei Titeln in Folge eine gewisse Routine findet, den Erfolg zu verarbeiten; «der erste Titel war emotionaler», sagt sie. Vielleicht aber auch einfach, weil es sich für Neuenschwander «leicht und locker anfühlte», wie sie es formuliert. «Das Eis lag mir sehr gut, ich habe einfach sehr gerne gespielt.»

