Melanie Amrein spielt schon mehr als 20 Jahre Squash. In Uster war sie Juniorin, in der NLA stand sie schon für Liestal und GC im Court. Und in dieser Saison für Gigantos Fricktal, das am Wochenende in Uster die Playoffs bestritt. «Aber es ist schon etwas seltsam», findet auch Amrein: dass die besten vier Teams im Frauen-Squash aus nur zwei Vereinen kommen – aus Uster und aus dem Fricktal.
Die Eigenheit, dass ein Club mit mehreren Equipen in der höchsten Liga vertreten sein darf, kommt nicht von ungefähr: Die Neuerung wurde 2020 eingeführt, um zusätzliche Teams zu gewinnen. 2019 stand die Frauen-Liga vor der Abschaffung. Nur noch drei Clubs wollten damals einen Meister ermitteln. In der abgelaufenen Saison spielten immerhin sechs Teams mit.
Die Leaderfiguren fehlen
Warum gerade die Vereine aus Uster und Frick jeweils zwei Frauen-Equipen stellen? «Diese Clubs haben Spielerinnen rekrutiert», sagt Amrein. Auch sie wurde von Frick angefragt – obwohl sie nicht in der Nordwestschweiz, sondern in Bubikon wohnt. Eine Randsportart wie Squash lebe von «leitenden Figuren», analysiert sie. Von Personen, die in ihrem Club etwas anreissen.
Im Frauen-Squash gibt es davon zu wenige. Und deshalb wenige Spielerinnen, auf allen Leistungsstufen. Auch einige renommierte Clubs haben kein Frauen-Team. Zum Beispiel GC. Mit dem «Grasshopper Cup» findet Mitte Oktober ein grosses Männer-Turnier der PSA-Tour in Oerlikon statt. Erstmals wird das Event um ein Frauen-Tableau ergänzt, das 57 500 Dollar Preisgeld ausschüttet.

