Sie haben den Sprung unter die Top 25 im Abfahrtsweltcup und damit die Qualifikation für den Weltcup-Final verpasst. Wie enttäuschend ist das?
Gilles Roulin: Es ist enttäuschend, auf jeden Fall. Gerade die letzten drei Rennen in Kvitfjell waren enttäuschend. Das Minimalziel war es, in beiden Abfahrten in die Punkte zu fahren, und das habe ich nicht geschafft.
Sie hätten ziemlich viele Punkte gutmachen müssen. Hatten Sie vor Kvitfjell überhaupt noch auf die Finalteilnahme gehofft?
Ja, natürlich. Und eigentlich war es auch relativ eng. Eine Sekunde schneller zu sein im ersten Rennen hätte gereicht, wenn man so will. Da war ich mit anderthalb Sekunden Rückstand auf den Sieger nicht in den Top 30. Das war schon bitter. Für diesen Zeitabstand war der Rang viel schlechter, als man es eigentlich erwarten würde.
Warum klappte es nicht?
Vielleicht wollte ich es zu sehr. Ich wusste: Es muss etwas Besonderes passieren. Ich wollte es zu gut machen, und es ging nicht auf – wie schon einige Male.
Sie fuhren diese Saison in der Abfahrt häufiger in die Punkte, die Resultate sind besser geworden. Stimmt der Weg?
Ich bin eigentlich zufrieden mit dem Schritt, den ich gemacht habe. Ich fühlte mich wieder besser, hatte am Start den richtigen Fokus und zeigte bessere Leistungen. Das ist positiv. Was fehlte, war der Ausreisser nach oben. Auf den vorderen Rängen gibt es vergleichsweise viel mehr Punkte. Als Beispiel: Es ist besser, einmal Fünfter zu werden und sich zweimal nicht zu qualifizieren, als dreimal 23. zu werden.
Ihre Bestresultate sind zwei 19. Ränge in Wengen und Bormio. Hätten Sie dafür vor der Saison nicht unterschrieben?
Doch, die hätte ich schon genommen. Aber eben: Wäre ich in Kvitfjell eine halbe Sekunde schneller gefahren, wäre ich 15. geworden. So war ich auf Rang 32. Das sieht auf dem Resultatblatt schlecht aus und ist nicht das, was ich mir vorstelle. Die Schwierigkeit ist: Es ist nicht gut genug, um zufrieden zu sein – gleichzeitig aber auch nicht so schlecht, dass man sagen muss: Ich bin total daneben.

