Sie ist beim entscheidenden Schritt die überragende Akteurin auf dem Feld. Kerstin Kündig erzielt bei der 34:18-Gala des Frauen-Nationalteams gegen Litauen nicht nur 12 Tore. Die Wetzikerin ist auch die Denkerin und Lenkerin im Rückraum. Kaum ein Fehlpass unterläuft ihr – sie wird deshalb als Matchwinnerin gefeiert.
Hinterher sagt sie: «Es braucht noch einen Moment, das alles komplett zu realisieren.» Kündig meint damit die erstmalige Qualifikation für eine EM-Endrunde.
Es ist vor allem die Art und Weise des Aufretens, die beeindruckt. «Vor dreieinhalb Jahren freuten wir uns noch riesig über einen knappen Sieg gegen Litauen», sagt Kündig. «Jetzt fragten wir uns nach dem Hinspiel-Erfolg, was wir besser machen können.»
Es ist offensichtlich: Im Schweizer Frauen-Handball hat ein Umdenken stattgefunden. «An einem guten Tag können wir viele Teams bezwingen», ist Kündig überzeugt und nennt dazu exemplarisch das ebenso für die EM qualifizierte Polen. In wenigen Wochen gibt es eine nächste Gelegenheit dazu. Die Schweiz war aber auch Profiteurin der Situation, nachdem das favorisierte Russland aus der Gruppe ausgeschlossen wurde.

