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«Für mich war die Strecke in Norwegen perfekt»

Bei der U23-WM in Lygna zeigte Anja Weber eindrücklich weshalb sie zu den grossen Zukunftshoffnungen im Schweizer Langlauf zählt. Wenige Tage nach ihrem grössten Erfolg ordnet die Hinwilerin ihren Titelgewinn ein.

Anja Weber konnte das Einzelstartrennen über 10 km klassisch für sich entscheiden., Die Hinwilerin flankiert von Patricija Eiduka (l.) und Veronika Stepanova.

Foto: PD

«Für mich war die Strecke in Norwegen perfekt»

Nur wenige Wochen nach einer durchwachsenen Olympia-Premiere triumphierte Anja Weber (20) an der U23-WM im norwegischen Lygna.

Die Hinwilerin war für die erste Schweizer Goldmedaille seit 2015 besorgt. Sie siegte über 10 km im klassischen Stil und erreichte zudem mit der Mixed-Staffel, der auch der Gibswiler Nicola Wigger angehörte, den vierten Rang. 

Mit ein paar Tagen Distanz – wie ordnen Sie den Erfolg ein?
Anja Weber: Da ihn niemand erwartet hat, ist er um so schöner. Es hat einfach alles gepasst. Die Strecke war perfekt, ich konnte das Rennen gut einteilen. Es verlief also alles optimal.

Was haben Sie sich eigentlich im Vorfeld erhofft?
Mit einem Top-10-Platz wäre ich zufrieden gewesen. Es waren ja doch auch einige starke Läuferinnen von den Olympischen Spielen dabei. Und auch wegen meiner Vorgeschichte (Weber musste wegen einer Herzmuskelenzündung vier Monate pausieren – die Red.). Ich konnte in Peking nicht zeigen, was ich wollte. Ich bekundete dort Mühe, kam mit dem Klima nicht zurecht. Vielleicht hatte dies auch mit meiner Corona-Erkrankung vom Sommer zu tun.

In Norwegen war alles anders?
Die Vorbereitung war perfekt abgestimmt. Mit dem Höhentraining in St. Moritz und den Olympischen Spielen. Anschliessend konnte ich zuhause nochmals Energie tanken. Nach der Ankunft fühlte ich mich in diesem Langlaufland sofort wohl. Das hat sich schon vor dem Rennen gezeigt. Bei den Sprints und Intervalls. Und der Puls war gut. Das sind alles Anzeichen.

Ab wann wurde der WM-Titel greifbar?
Als Anastasiya Faleeva nach 5 Kilometer zurückfiel, dachte ich mir: Da kann noch viel passieren. Doch so 2 Kilometer vor Schluss wurde der Erfolg langsam greifbar, dies gab nochmals Energie.

Die Bronze-Medaillengewinnerin Veronika Stepanova klagte hinterher über die steilen Anstiege. Sie seien so hart wie an den Olympischen Spielen …
Es gab schon einen langen Anstieg. Ich fand ihn aber weniger streng als in Peking. Der war brutal. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. Für mich war die Strecke in Norwegen perfekt. Mit Anstiegen und Abfahrten, in denen man nicht passiv sein durfte. Und technischen Passagen, also Kurven und Kuppen.

Und beinahe hätte es noch für U23-Bronze in der Mixed-Staffel gereicht.
Ich hatte sogar als Schlussläuferin auf Position 3 übernommen. Doch Stepanova war an diesem Tag einfach stärker. Ich lief  aber trotzdem die zweitschnellste Abschnittszeit und hatte Megafreude. Selbst mit einer anderen Aufstellung wäre nicht mehr dringelegen. 

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