Usters Luxuskader schürt Erwartungen – Brüttisellen mit mehr Offensivkraft
Noch dauert es rund zwei Wochen bis zum Start der Rückrunde in der 2. Liga. Personell ist allerdings bereits jetzt nichts mehr zu machen. Denn seit Ende Februar ist das Transferfenster wieder geschlossen.
Aus regionaler Sicht ist insbesondere der Aktivismus des FC Uster bemerkenswert. Als Tabellenzweiter vollzog der grosse Aufstiegsfavorit der Gruppe 2 in der Winterpause nicht weniger als fünf Transfers. Auffällig ist hierbei das Augenmerk auf die Defensive, sind vier der fünf Neuen doch nominell Verteidiger.
Hinzu kommt der ehemalige Regionalliga-Fussballer Moritz Nebel, der zwar schon im letzten Sommer offiziell zum FCU stiess, aus privaten Gründen aber noch aussen vor stand.
Demgegenüber steht einzig der Abgang von Sedat Nuhiji (zu Töss). 26 Spieler zählt das Kader dadurch. Der neue Trainer Etienne Scholz dürfte also gefordert werden, eine Mannschaft mit viel individueller Qualität bei Laune zu halten. «Es wird sicher Härtefälle geben», sagt Sportchef Roland Leemann.
Wesentlich ruhiger blieb es beim Gros der Zweitligisten aus der Region. In Dübendorf, Gossau, Greifensee und Volketswil kam es höchstens zu etwas Kosmetik im Kader.
Taulant Syla soll es richten
Beim FC Rüti hingegen ist nach einem völlig verkorksten Jahr derweil mit Taulant Syla ein Altbekannter der grosse Hoffnungsträger. Acht Monate fiel die offensive Lebensversicherung des Oberländer Vereins wegen eines Achillesehnenrisses aus. Vor Wochenfrist gab er nun das langersehnte Comeback.
Nebst Syla sollen insbesondere die routinierten Rückkehrer Stefano Calendo (von Red Star) und Marco D’Alto (Lachen/Altendorf) wesentlich dazu beitragen, um aus der Gefahrenzone zu gelangen, sodass der direkte Sturz von der 2. Liga interregional in die 3. Liga abgewendet werden kann.
Mit Cedric Belotti (nach Ibach) und Esmir Rastoder (Linth 04) haben allerdings auch zwei Stammkräfte Rüti verlassen.
Nahezu ein Wunder braucht das abgeschlagene Schlusslicht Brüttisellen-Dietlikon, um nicht nach vier Saisons wieder abzusteigen. «Hinten machen wir zu viele Fehler. Und vorne fehlt die Qualität», bilanzierte Walter Remy, Leiter Aktive, nach der Vorrunde.
Im Bezug der Dürre in der Offensive (nur 11 Tore) gibt es nun aber zumindest etwas Hoffnung. So kehrt mit Mauro Gallani der beste Skorer der letzten Saison von einem halbjährigen Abstecher beim Erstligisten Thalwil zurück.
Ausserdem stürmt neuerdings Trainersohn Ricardo Dionisio für den FCB. Der 20-Jährige versuchte sich beim SV Höngg in der Vorrunde ebenso auf Stufe 1. Liga durchzusetzen.
Ehemaliger Junioren-Nationalspieler für Fällanden
Den überraschendsten Zuzug gibts allerdings aus der 3. Liga zu vermelden. Für den FC Fällanden ist neuerdings der frühere Junioren-Nationalspieler Mattia Desolé lizenziert. Der 28-Jährige kann auf eine interessante Vita zurückblicken. Bereits im Alter von 15 verliess er die Grasshoppers um sein Glück zunächst im Nachwuchs bei Inter Mailand und dann beim Stadtrivalen AC Milan zu versuchen.
Zu mehr als acht Challenge-League-Einsätzen in Chiasso sollte es ihm in seiner wechselvollen Karriere aber nicht reichen.
Immerhin: Noch im letzten Sommer war der FC Freienbach mit Desolé als Captain in die 1. Liga aufgestiegen. Keine Rolle spielte der Verteidiger dann in der neuen Saison beim gleichklassigen Kantonsrivalen Tuggen, wo er im Spätherbst zu zwei Einsätzen gekommen war.
