Hinwiler Team präsentiert seinen neuen Boliden
Das von der Hinwiler Sauber Motorsport AG betriebene Formel-1-Team Alfa Romeo hat sein Auto für die Saison 2022 offiziell vorgestellt. Seine ersten Kilometer auf der Rennstrecke hat der C42-Ferrari bereits hinter sich gebracht und war dabei in Tarnfarbe bemalt. Am Sonntagmorgen nun bekam man erstmals die «richtige» Lackierung des neuen Autos zu sehen. Wie bisher sind rot und weiss die dominanten Farben.
Technisch hat der C42 praktisch nichts mehr mit seinem Vorgänger gemein. Die Autos wurden nach umfassenden Reglementsänderungen komplett neu konstruiert. Die Änderungen sollen mitunter dafür sorgen, dass die Autos einander besser respektive näher folgen können und damit mehr Überholmanöver möglich werden. Vor allem die Aerodynamik erfuhr grosse Änderungen – das neue Reglement setzt für den Abtrieb auf den sogenannten Bodeneffekt.
Vasseur hofft auf den «grossen Schritt»
«Wir freuen uns darauf, den C42 im Rennen zu sehen», wird Teamchef Frédéric Vasseur in einem Communiqué zitiert. «Nicht nur, weil es der erste ist, den wir in diesem neuen Reglementszyklus bauen, sondern auch, weil wir darauf vertrauen, dass uns dieses Auto hilft, einen grossen Schritt nach vorne zu machen.»
Laut Technikchef Jan Monchaux wird das Auto rasch weiterentwickelt. «Wie immer bei neuen Reglementen wird die Entwicklungskurve in dieser Saison besonders steil sein. Wir müssen immer mehr Performance aus dem Auto kitzeln um Fortschritte zu machen.»
Nicht nur die beiden neuen Fahrer Valtteri Bottas und Guanyu Zhou sind also gefordert. Der Finne und der Chinese testeten letzte Woche das Auto drei Tage lang in Barcelona. Bottas sagte an einer Medienkonferenz, er habe ein gutes Gefühl. «Das Auto fühlte sich in einigen Kurven wirklich stark an, ich denke, da ist Potenzial drin. Aber es ist noch sehr früh und es gibt noch viel zu entdecken.»
Test-Probleme beunruhigen den Technikchef nicht
Für den Hinwiler Rennstall verliefen die Tests nicht ohne Probleme. Wegen des Bodeneffekts tendieren die Autos zu stampfen, wenn man sie sehr tief legt. Technikchef Monchaux nahm an einer Medienkonferenz Stellung dazu: «Wir hatten das Stampfen nicht in diesem Ausmass erwartet, es zeigte sich in der Simulation und im Windkanal nicht – das ging den meisten Teams so. Wir werden nun Veränderungen am Unterboden vornehmen, und womöglich müssen wir einige Millimeter höher fahren als zu Beginn gedacht.» Monchaux zeigte sich gleichzeitig auch zuversichtlich: «Das sind Probleme, die wir lösen können.»
Bis am 10. März bleibt nun Zeit, die Kinderkrankheiten des Autos zu kurieren. Dann finden die nächsten dreitägigen Tests statt – in Bahrain, wo am 20. März das erste Rennen ansteht.

