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Sauber und das Stampf-Problem

Wenige Runden und ein stampfendes Auto: Die ersten Tests vor der neuen Saison verliefen für Alfa Romeo nicht ohne Sorgen.

Sauber und das Stampf-Problem

Eigentlich passt die Lackierung ja zu den Tests. Der C42-Ferrari, mit dem das Hinwiler Team Alfa Romeo in der Saison 2022 an den Start geht, drehte nun drei Tage lang in Tarnfarben seine Kreise in Barcelona. Die Aussagekraft der Testfahrten war ähnlich gering wie die Bemalung des Autos.

Das Team schlachtete die Idee marketingtechnisch aus, wer will kann sich tarnfarbene Mützen und Pullis kaufen. Die Geheimniskrämerei um die Frage, wie das Auto lackiert sein wird, dauert nur noch bis am Sonntag. Noch etwas länger dauert es, bis man wissen wird, wie schnell der C42 effektiv im Vergleich mit der Konkurrenz ist.

Denn gerade die Zeiten an diesen Testtagen in Barcelona hatten kaum Aussagekraft. In dieser Saison womöglich noch weniger als sonst. Die neuen Autos basieren nicht mehr auf ihren Vorgängern, sondern wurden wegen umfassenden Reglementänderungen von Grund auf neu konstruiert. Es gibt also viel Testbedarf – und kein Team hat ein Interesse daran, auf der Zeitenliste möglichst weit oben zu stehen. 

Zu gewinnen gibt es bei Tests nichts – das sah auch Lando Norris so, nachdem der Brite in seinem McLaren am ersten Tag Schnellster gewesen war: «Ich wäre lieber Letzter geworden. Jetzt denken alle, dass wir das erste Rennen gewinnen werden. Aber wichtig ist zu diesem Zeitpunkt, dass wir viel zum Fahren kommen und möglichst viel über den Wagen lernen.» 

Weniger fuhr fast keiner

Am ehesten aussagekräftig ist deshalb die Rangliste nach gefahrenen Runden – und da sieht es für die Hinwiler nicht wirklich gut aus. Die drei Fahrer Valtteri Bottas, Guanyu Zhou und Robert Kubica brachten es an allen Tagen zusammengerechnet gerade einmal auf insgesamt 175 Runden. Noch weniger war nur Haas (160 Runden) unterwegs. Am meisten Runden (439) spulten die Ferrari-Piloten ab. Letztes Jahr hatten die Hinwiler noch zu den fleissigsten Teams gehört.

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Ist der C42 also ein völlig unzuverlässiges Auto? Nicht unbedingt. Am Mittwoch, dem ersten Trainingstag, waren es tatsächlich technische Probleme, die Zeit kosteten. Bottas sagte, das Team wisse, wie sie zu lösen seien, «aber wir hatten nicht genug Zeit, das zu tun.»

Am Donnerstag sah alles besser aus, Neuling Guanyu Zhou fuhr am Nachmittag 71 Runden. Am Freitag dann aber sorgte der Chinese gleich zweimal für eine rote Flagge und damit einen Trainingsunterbruch. Und am Nachmittag brachte es Bottas noch auf lediglich zehn Runden. 

Der Bodeneffekt ist der Hauptschuldige

Was das Problem ist, das sagt das Team nicht. Beobachter bezeichnen den Unterboden als Hauptproblem. Das neue Reglement begünstigt sehr tief liegende Autos, um den sogenannten Bodeneffekt zu nutzen und möglichst viel Abtrieb zu generieren.

Bei hoher Geschwindigkeit besteht aber das Risiko, dass der Unterboden auf dem Asphalt aufschlägt und der Abtrieb kurz abreisst – das Auto macht dann quasi eine Stampf-Bewegung. Mit diesem Phänomen müssen sich alle Teams herumschlagen – doch offenbar ist das Stampf-Problem bei Alfa Romeo ausgeprägter vorhanden als anderswo.

Während am Sonntag um 9 Uhr die Öffentlichkeit also die tatsächlichen Farben des C42 zu Gesicht bekommt, dürften die Ingenieure darüber brüten, wie sie das Problem mit dem Unterboden loswerden. Die Zeit dafür ist knapp. Vom 10. bis am 12. März wird noch einmal getestet in Bahrain, wo die Saison am 20. März beginnt.

Auch bei den Formel-1-Testfahrten in Montmeló war der Ukraine-Konflikt das grosse Thema. Die Formel 1 wird in diesem Jahr nicht in Russland fahren. Der Grand Prix in Sotschi war für den 25. September angesetzt gewesen. Der Entscheid wurde nach einem Treffen der Verantwortlichen der Formel 1 mit dem Motorsport-Weltverband FIA und den Teams gefällt. Fahrer wie Sebastian Vettel oder Weltmeister Max Verstappen hatten sich schon zuvor positioniert gehabt.

Neben der Absage des Grand Prix von Russland stand mit Haas ein Hinterbänkler-Team im Fokus. Nach Russlands Invasion in der Ukraine hat der amerikanische Rennstall Haas am Freitag ein Zeichen gesetzt. Am Auto des Teams von Mick Schumacher fehlte nicht nur das Logo des russischen Hauptsponsors, sondern auch die gewohnte rot-blau-weisse Lackierung, die an die russische Flagge erinnert.

Nun prüft Haas Möglichkeiten, wie es (auf Druck der US-Regierung) aus der Partnerschaft mit dem Geldgeber aus Russland aussteigen kann. Pikant: Mehrheitseigentümer beim Hauptsponsor ist Dimitri Masepin, der Vater von Nikita Masepin, dem zweiten Fahrer von Haas. Auch dessen Zukunft in der Formel 1 ist offen. (sda)

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