Fürs Jubiläum wird der neue Loco Escrito gesucht
An Ideen fehlt es beim FC Wetzikon nicht. Im Rahmen der 100-Jahre-Feier gratulieren seit Wochen regelmässig ganz viele Prominente per Videogrussbotschaft.
Es ist erst der Anfang von vielen Jubiläumsaktivitäten.
Anfang Juli findet auf der Meierwiesen ein grosses Fussball-Wochenende statt. Dazu ist ein Musikevent und Panini-Album in Arbeit. Und jetzt sucht der Oberländer Verein noch den sogenannten FCW-Song 2.0.
Als Grundlage dafür dient das FCW-Lied, welches bereits 1934 erstmals schriftliche Erwähnung in den Protokollen fand. «Es soll ein modernes Lied mit hohen Wiedererkennungsgrad aufweisen. Die einzige Bedingung ist der Text. Dieser sollte sinngemäss übernommen werden. Der Stil ist frei wählbar», sagt Urs Huber, im Organisationskomitee «100 Jahre FC Wetzikon» für die Kommunikation zuständig.
Lokales Vorbild
Es ist eine spannende Idee. Erst im letzten Herbst wurde nach einer regionaler Vorausscheidung der «Grand Prix de la Vereinslieder» von einer Aargauer Fangruppierung veranstaltet.
Der FC Seuzach schaffte es dabei als bester Amateurverein mit ihrem Song «Laufed nie allei» auf den zweiten Platz. Produziert wurde das Lied von der lokalen Rap-Combo Flashdigga.
Und was in Seuzach möglich ist, sollte doch auch in Wetzikon zu schaffen sein. «Vielleicht gibt es bei uns jemanden mit verstecktem musikalischem Talent», sagt Huber. Seine Hoffnung kommt nicht von ungefähr.
Vor einigen Jahren betreute er beim FCW als Juniorentrainer einen gewissen Nicolas Herzig und Arber Rama.
Beide wurden zwar nicht zu grossen Fussballern, sie sind dafür aber heute anerkannte Künstler im Musikbusiness. Herzig feierte als Latin-Pop-Künstler Loco Escrito landesweit schon mehrere Chart-Hits. Und Rama zählt als Rapper EAZ zu den Besten seines Fachs.
Vom schwarzen Schaf zum Spitzenrapper
12.01.2022

Wetziker Star-Musiker EAZ
Jahrelang hat Arber Rama seinen Traum gegen alle Widerstände verfolgt. Beitrag in Merkliste speichern Loco Escrito oder EAZ wären damit natürlich ideale und prominente Besetzungen für eine Auffrischung des Wetziker Songs gewesen. «Es ist schwierig an sie heranzukommen», sagt Huber.
Der FCW kontaktierte deshalb spartenübergreifend andere mögliche Produzenten aus dem Umfeld des Vereins. Bisher noch ohne Erfolg. Dies obwohl er sich die Aktion auch etwas kosten lässt. Der Gewinner des Wettbewerbs soll nämlich mit 500 Franken belohnt werden.
Naher Einsendetermin
Als Hürde könnte sich hierbei der schon ziemlich nahe Einsendeschluss erweisen. Dieser wurde auf den 8. März terminiert, um die besten Vorschläge bis zur Generalversammlung von Ende März präsentieren zu können.
Und: Abschrecken könnte potenzielle Interessentinnen und Interessenten auch die Einschränkung bezüglich dem Inhalt. Nicht nur weil der ursprüngliche Text eher altbacken daher kommt, sondern er gar nicht exklusiv für den FCW steht.
Schon andere Klubs verwendeten in der Vergangenheit nämlich diese Zeilen für ihr eigenes Lied.
1. Strophe: Brüder lasst die Bundesfahne in den Lüften wehn, ja wehn. Gelb-Schwarz sind unsre Farben, die voran uns gehn, ja gehn. Drum ihr jungen Fussballspieler, haltet euren Bund, haltet euren Klub in Ehren, dass er blühe fort, haltet euren Klub in Ehren, dass er blühe fort.
Refrain: Ja der FCW, der geht nicht unter, ja der FCW der bleibt bestehn. Und wenn der ganze Sportplatz unter Wasser steht, ja der FCW, der bleibt bestehn. Er lebe hoch, er lebe hoch, er lebe dreimal hoch, er lebe hoch, er lebe hoch, er lebe hoch.
2. Strophe: Unser Torwart auf der Lauer, hält die Bälle fein, lässt sie rein. Und die Back stehn wie ne Mauer, schlagen alles kurz und klein. Und die Halfs die Helfershelfer, schieben Bälle vor, dass die kleinen flinken Stürmer, schiessen übers Tor.
3. Strophe: Haben wir ein Spiel verloren, ist es nicht so schlimm, so schlimm. Müssen wir noch mehr trainieren, dass wir’s nächste Mal gewinn, gewinn. Drum ihr jungen Fussballspieler, haltet euren Bund, haltet euren Klub in Ehren, dass er blühe fort, haltet euren Klub in Ehren, dass er blühe fort.
Es ist ein einprägsamer, aber auch einfacher Text. Laut OK-Mitglied Urs Huber macht der Refrain des Songs aber Sinn.
Nur schon deshalb weil die gesamte Sportanlage Meierwiesen im Jahr 1984 nach starken Regenfällen tatsächlich überflutet worden war.
