Usters Judo-Frauen mit Exploit zu Silber
Die Begeisterung von Robert Wakiyama ist förmlich zu spüren. Der Präsident des Judo-Clubs Uster spricht von einer «elektrisierenden Stimmung» in Neuenburg. «Es war richtig toll, wieder Teamfights zu spüren», sagt er.
Mit gutem Grund. Zwei Jahre ist es her seit der letzten Mannschafts-SM. Und die Neuauflage fand für einmal nur an einem Wochenende statt. In einer regulären Saison schaffen es jeweils nur die vier besten Männer- und Frauenteams ans «Final-Four»-Turnier.
Da aber in diesem Jahr keine Mannschaftsduelle stattfinden konnten, wurde der finale Wettkampf mit angepasstem System als sogenannter «Swiss Cup» durchgeführt. Mehr Teams konnten dadurch mitkämpfen. Bei den Frauen war so der JC Wetzikon mit dabei – und klassierte sich auf Platz 7.
Gertsch bezwingt Kocher-Rivalin
Für einen sportlichen Höhepunkt sorgten aber erwartungsgemäss die Kolleginnen aus Uster. Ohne die Top-Athletinnen Fabienne Kocher (Pause) und Gioia Vetterli (verletzt) angetreten, konnten sie tatsächlich im Halbfinal die favorisierte Gastgeberinnen von Cortaillod-Neuchâtel in der eigenen Halle 3:2 bezwingen.
Den entscheidenden Punkt gelang dabei Olivia Gertsch. Die für Uster kämpfende Emmentalerin bezwang in der Klasse bis 57 kg keine Geringere als Evelyne Tschopp, die grosse Rivalin von Kocher auf dem Weg an die erfolgreichen Olympischen Spielen nach Tokio von diesem Jahr. «Das brachte die Frauen zum Kreischen», sagt Wakiyama zum Erfolg von Gertsch. «Es war das i-Tüpfelchen. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet.»
Am Ende muss sich Uster aber mit Platz 2 begnügen. Im Final gibt es eine knappe 2:3-Niederlage gegen Stade-Lausanne. Für die Punkte sind die ehemalige rumänische Spitzenkämpferin Oana Nicolaescu und Delia Vetterli besorgt.
Verletzung im Bronze-Kampf
Gar keine Medaille holten sich die Ustermer Männer. Ihre Meisterschaften fanden ebenso mit mehr Teams statt – aber aufgrund der Modusänderung in fünf statt sieben Gewichtsklassen. Es könnte die Chancen für die Vereine mit weniger Leistungsdichte erhöhen, heisst es im Vorfeld von Verbandsseite.
Am Ende sind es aber die üblichen Mannschaften, die ernsthaft um den Medaillensatz kämpfen. Den Titel holt sich wiederholt Serienmeister Brugg.
Für den JC Uster (Wakiyama: «Wir haben uns ganz klar im Final gesehen») bleibt hingegen nur Rang 5. Auch bei ihnen fehlen mit den rekonvaleszenten Nils Stump und Lukas Wittwer wichtige Kräfte.
Das Duell um Platz 3 geht gegen Degallier 2:3 verloren. Es wird zudem überschattet von der Knieverletzung von Andrin Strickler, die er sich im Kampf gegen seinen Waadtländer Gegner zuzieht. Zuvor hatte sich der JCU im Halbfinal knapp Stade-Lausanne geschlagen geben müssen.
