Vorbild über die Stadtgrenzen hinaus
Neun Jahre ist es bereits her, seit der ersten Durchführung der Uster Games. Nach einem pandemiebedingten Unterbruch finden sie dieses Wochenende im üblichen Rahmen wieder statt. «Wir sind froh darüber», sagt OK-Präsident Daniel Weber und hofft trotz der derzeitigen Einschränkungen auf viele Zuschauer. «Das wäre ein verdienter Lohn für die grosse Arbeit der vielen Helferinnen und Helfer aus den beteiligten Vereinen.»
Der Multisportanlass hat sich schnell etabliert. Bereits seit der zweiten Austragung wird er jeweils an zwei Tagen durchgeführt. Gegen die 1000 Besucher fanden schon zum NLA-Spiel des UHC Uster in die Buchholz-Halle ein – dem eigentlichen Höhepunkt des Events.
2016 und 2017 fehlte dann ausgerechnet das beste Unihockey-Team der Stadt aufgrund finanzieller Ungereimtheiten. Als eigentliches Zugpferd der Uster Games, fühlte er sich nicht seinem Renomme entsprechend behandelt, und verzichtete folgedessen auf eine Teilnahme.
Als alternatives Aushängeschild dienten deshalb zwischenzeitlich das internationale Star-Ensemble der Volleyball-Frauen von Volero Zürich und die Handballer von Pfadi Winterthur.
Bewährtes Konzept
Eine Einigung mit dem UHC Uster folgte erst mit einem Führungswechsel im Organisationskomitee der Uster Games. Auch wenn es weiterhin Stimmen gibt, die sich am Einnahmen-Verteilschlüssel unter den Vereinen stören, weil die Unihockeyaner zwar die meisten Leute anziehen, aber nicht entsprechend an den Einnahmen partizipieren.
Und dennoch war die Rückkehr zu den Wurzeln für Weber, dessen Söhne im UHCU spielen, unabdingbar. «Das Rampenlicht gehört den Ustermer Vereinen», sagt er. Ansonsten sei der Event ja beliebig auswechselbar. Am Samstag sind traditionell die Aktivmannschaften im Einsatz, während tags darauf nach dem Schülerturnier der Nachwuchs und die Frauen in den Mittelpunkt rücken.
Nebst den klassischen Hallensportarten Unihockey, Handball und Volleyball soll immer auch weniger Bekanntes seinen Platz finden. Diesen Samstag sind es die Uster Rhinos, die bei einem Showspiel die Sportart Smolball den Besuchern näher bringen.
Überhaupt denkt Weber für die Zukunft noch an andere Grössen auf dem Buchholz-Gelände. Als Beispiele nennt er den benachbarten Schwimmklub, die Kletterhalle und das Beachvolleyball-Feld. Und der erfolgreiche Judoclub wäre für ihn ebenso eine Bereicherung. Am Ende sei es aber eine Sache der Machbarkeit. «Wir wollen die Vereine nicht überfordern», sagt er.
Der grosse Nachahmer
Beachtlich auch: Der Anlass hat sich nicht nur in Uster nachhaltig etabliert, sondern wurde sogar im grösseren Winterthur nachhaltig bemerkt. Die Macher der sogenannten Win-4-Games fanden nämlich die Inspiration bei den Uster Games. «So etwas wollen wir auch», war für Robert Risse, dem Geschäftsführer des Sportzentrums Win4 sofort klar, nachdem er sich ein Bild gemacht hatte.
Die Premiere in Winterthur fand 2018 mit einem fast identischen Konzept in der neuen Ballsporthalle Axa-Arena statt. «Wir haben bei den Klubs offene Türen eingerannt», sagt Risse. Bei der zweiten Austragung seien schon fast 4000 Zuschauer gekommen.
«Dafür bewundere ich Uster.»
Robert Risse, Geschäftsführer Sportzentrum Win4
Nach der coronabedingten Absage im Vorjahr hätten die Win-4-Games ebenfalls an diesem Wochenende wieder stattfinden sollen. Zwei sich in Quarantäne befindende gegnerische Teams und nicht rechtzeitig lieferbare Basketballkörbe sorgten aber noch für eine kurzfristige Absage. Mit nur drei statt sechs Spielen im Programm machte die Durchführung nur noch wenig Sinn.
Doch so gut die Win-4-Games gestartet sind. Über einen Titelsponsor verfügen sie im Gegensatz zu den Uster Games noch nicht. Diese werden seit der ersten Austragung von der Bank BSU getragen. «Dafür bewundere ich Uster», sagt Risse.
