Zhou fährt künftig für Sauber
Nun ist es also offiziell: Das Hinwiler Team Alfa Romeo hat für die nächste Saison den Chinesen Guanyu Zhou verpflichtet. Damit setzt Teamchef Frédéric Vasseur für 2022 auf ein komplett neues Fahrerduo. Für den Ende 2021 zurücktretenden Kimi Räikkönen hat der von der Sauber Motorsport AG betriebene Rennstall bereits dessen finnischen Landsmann Valtteri Bottas verpflichtet. Für Antonio Giovinazzi ist nach drei Saisons kein Platz mehr. Die Formel-1-Karriere des Italieners ist damit fürs Erste vorbei.
In der Formel 2 gehört er zur Spitze
Dafür beginnt jene von Guanyou Zhou. Dass der 22-Jährige aus Schanghai das Zeug hat, um auf höchster Stufe bestehen zu können, beweist er derzeit in der Formel 2. Vier Rennsiege und 14 weitere Podestplätze sammelte er in seinen bisher drei Saisons in der höchsten Nachwuchsklasse, und in dieser Saison hat er Chancen auf den Titel. Derzeit ist Zhou Gesamt-Zweiter.
Seit letztem Jahr ist er zudem Testpilot für das Formel-1-Team Alpine, das früher Renault hiess. Zhou gehört seit 2019 zum Nachwuchsprogramm des französischen Herstellers, zuvor war er fünf Jahre lang Nachwuchsfahrer von Ferrari.
Der Stau bei den Franzosen
Dass Renault freiwillig einen Fahrer wie Zhou an ein von Ferrari motorisiertes Team abgibt, macht durchaus Sinn. Die Franzosen haben nämlich ein Luxusproblem: Auch Oscar Piastri, der aktuelle Leader in der Formel 2, ist ein Renault-Nachwuchsfahrer.
Und wer Formel-2-Gesamtsieger wird, darf in den nächsten zwei Saisons nicht mehr in dieser Serie starten. Den Franzosen droht also gewissermassen ein Stau beim eigenen Nachwuchs.
Eine Mitgift und interessante Perspektiven
Davon profitiert Alfa Romeo nun – und die Verpflichtung von Zhou ist durchaus lukrativ. Offenbar ist sein Umfeld sehr finanzkräftig, auch wenn die punkto Mitgift teils kolportierten Summen von 20 bis 30 Millionen Dollar zu hoch gegriffen sein dürften. Einen willkommenen Sponsorenzustupf dürfte es aber für die Hinwiler durchaus geben – in der nächsten Saison liegt die Budgetobergrenze bei 140 Millionen Dollar.
Und Zhou eröffnet dem Team marketingtechnisch interessante Perspektiven: Für die Formel 1 ist China ein Wachstumsmarkt – auch wenn das Land aufgrund der Pandemie nicht im Rennkalender für 2022 figuriert. Jüngst wurde der Vertrag mit dem Rennen in Schanghai bis 2025 verlängert. Und es gab auch schon den Wunsch nach einem zweiten Rennen in China.

