Céline Reust setzt andere Prioritäten
«Man bleibt nur gut; wenn man besser werden will.» Dieser Leitsatz hat Céline Reust während ihrer gesamten Tischtennis-Laufbahn begleitet.
Doch jetzt zieht die Volketswilerin bereits im Alter von 24 Jahren einen sportlichen Schlussstrich – und tritt von der internationalen Bühne ab.
Verschiebungen und Absagen
Ihr Abgang hat vor allem mit fehlenden Perspektiven zu tun. Weder die mehrfach verschobene und schliesslich abgesagte Team-WM im südkoreanischen Busan, noch die ins nächste Jahr verlegte Universiade in Chengdu (China) konnte sie bestreiten. Selbst die Schweizer Meisterschaften 2021 fielen pandemiebedingt aus.
Dazu kommen geänderte und damit erschwerte Rahmenbedingungen des Tischtennis-Weltverbands, um an Grossanlässen teilnehmen zu können. «Ohne entsprechende Weltranglistenpunkte kann man nicht mehr so oft international an den Start gehen. Was für eher zweitklassige Nationen wie die Schweiz nicht förderlich ist. Und ohne Weltranglistenpunkte keine Verbesserung im Ranking. Es ist ein Teufelskreis, der die Motivation senkt», sagt Reust.
Daneben haben sich bei der zweitbesten Schweizerin (Weltranking 283) die Prioritäten verschoben – zugunsten ihres Jus-Studiums. «Als Leistungssportlerin sieht man sich früher als andere mit der Tatsache konfrontiert, dass eine Karriere vergänglich ist», sagt Reust.
Irgendwann sei sie zum Schluss gekommen, nicht mehr alles dem Spitzensport unterordnen zu wollen.
Letzte sportliche Ziele
Die Volketswilerin figuriert deshalb per sofort nicht mehr im Nationalteam. In der laufenden Saison wird sie aber noch für den TTC Neuhausen in der Frauen-NLA an den Start gehen und die Schweizer Meisterschaften bestreiten.
Céline Reust bestritt in ihrer Laufbahn auf Elite-Stufe mehrere Welt- und Europameisterschaften. National holte sie in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed zahlreiche Medaillen.
