Es ist bisher ein schwarzes Jahr für den Motorradrennsport. Ende Mai starb der Westschweizer Jason Dupasquier (19) in Mugello nach einem Unfall im Moto3-Training zum GP von Italien, zwei Monate später verunfallte der 14-jährige Spanier Hugo Millán in einem Moto3-Nachwuchsrennen in Aragon tödlich. Und am letzten Samstag in Jerez starb der 15-jährige Dean Viñales im Rennen der Supersport-300-WM.
Für Supersport-Pilot Randy Krummenacher sind solche Nachrichten eine mentale Herausforderung, auch wenn der Weltmeister von 2019 mit seinen 31 Jahren zu den routinierten Fahrern im Feld gehört. Der Oberländer aus dem Grüt macht sich viele Gedanken – und will sich für mehr Sicherheit einsetzen.
Wie haben Sie die Tragödie in Jerez erlebt?
Randy Krummenacher: Mir war sofort klar, was passiert ist, als ich auf dem Display sah, dass alle Rennen abgesagt sind. Ich hatte wirklich Gänsehaut, es fuhr mir ein. Und ich dachte vor allem an Dean, seine Familie und sein Team.
Und trotzdem mussten Sie am Folgetag wieder fahren.
Ja, da muss man die Gedanken an so etwas auf die Seite schieben können. Ich habe das über die Jahre hinweg gelernt. Ich spüre vieles, nehme alles auf – ich bin extrem sensibel und muss in solchen Momenten immer recht viel mentale Arbeit leisten. Ich muss einen klaren Kopf haben, um Rennen zu fahren. So ist der Sport. Das ist unser Beruf. Aber etwas regt mich auf.
Was?
Aussagen von Leuten, die meinen, sie hätten eine Ahnung von unserem Sport. Dieser Unfall passierte nicht, weil der Töff zu schnell war, der Fahrer zu jung war oder zu viele Piloten in dieser Klasse starten. Er passierte einfach, leider nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Es war wie bei Jason Dupasquier und bei Hugo Millán: Alle drei wurden von einem anderen Töff getroffen. Es ist dreimal richtig schlecht gelaufen. Da kann man nicht wirklich viel machen.

