Abo

Sport

«Ein ‹Peitschechlöpfer› würde hier nicht funktionieren»

Seit 13 Jahren ist Roger Simonelli Präsident des FC Rüti. Der Abstieg wirft weder den 57-Jährigen noch den Klub aus der Bahn.

Haben Sie den Abstieg des FC Rüti aus der 2. Liga interregional verdaut?
Roger Simonelli: Ja, es hat mich nicht lange beschäftigt. Die Interregio ist ein hartes Pflaster, und in nächster Zeit hat man dort wohl nicht gross etwas zu melden, wenn man nicht Geld in die Hände nimmt. Sie ist stärker geworden, und wenn ich höre, was bei einigen Klubs monatlich gezahlt wird, schüttelt es mich. Da können wir nicht mithalten. Ich würde es aber auch nicht wollen. Denn sonst lockt man Spieler an, die davonlaufen, wenns schlecht läuft. Bei uns hingegen sind die meisten Abgänge beruflich oder schulisch bedingt.
 
Trotzdem: Rüti war lange der Oberländer Vorzeigeklub, thronte mit seiner Konstanz über allen anderen ...
... ja, und jetzt sind wir wieder gleich weit wie die anderen. (Lacht.) Eigentlich hätte ich es lieber gehabt, wenn andere Oberländer Teams mit uns oben geblieben wären. Aber klar, dass wir so lange in der Interregio spielten, macht schon auch stolz.
 
Shaip Krasniqi bleibt auch nach dem Abstieg im Amt. Was macht Sie so sicher, dass er der richtige Trainer ist?
Wir brauchen einen familiären Trainer. Für die Spieler und für das ganze Umfeld. Shaip ist das, und Urs Fritschi war das auch – mit diesen beiden Trainern hatten wir in meiner Amtszeit bisher die längste Zusammenarbeit. Ein «Peitschechlöpfer» würde hier nicht funktionieren, diese Erfahrung haben wir ja auch gemacht.

«Trainerwechsel in solchen Situationen bringen doch meistens nichts – wir sind schliesslich im Amateurfussball.»

Zogen Sie nie einen Trainerwechsel in Betracht, als sich der Abstieg abzeichnete?
Wir haben im Vorstand nie darüber diskutiert. Das Thema kam von aussen. Trainerwechsel in solchen Situationen bringen doch meistens nichts – wir sind schliesslich im Amateurfussball. Ich habe mich damit befasst, was passiert, wenn wir absteigen. Der Verein läuft genau gleich weiter wie vorher. Vielleicht haben Junge noch bessere Chancen, in der 2. Liga Fuss zu fassen. Und wir haben nun wieder mehr Derbys und vielleicht auch wieder mehr Gästezuschauer.

Sie sind zusammen mit Shaip Krasniqi seit dem Abgang von Christoph Huber 2019 auch Sportchef. Weshalb fanden Sie keinen Nachfolger?
Jetzt gibts dann einen neuen Sportchef – es ist aber noch nicht definitiv, deshalb kann ich den Namen nicht nennen. Ich wollte es zu Beginn fix und nicht nur interimistisch machen. Doch der Aufwand ist schon gross. Zudem brauchen die Spieler eine Ansprechperson, eine neutrale Vertrauensperson, die nicht der Präsident oder der Trainer ist ...

... und auch ein Auge auf den Trainer wirft?
Shaip hatte mich schon im Rücken. (Lacht.) Aber ja, es ist gut, wenn auch jemand anderes auf ihn schaut.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?