Er klopft sich auf die Brust, ballt die Faust und reisst dann die Arme hoch, als hätte er gewonnen. Dabei fuhren vor ihm schon zwei andere Piloten über die Ziellinie. Doch der dritte Rang in Assen letzten Sonntag fühlt sich für Randy Krummenacher an wie ein Sieg.
Auf dem Papier war es nur einer von vielen Podestplätzen, der 15. insgesamt in der Supersport-WM. Und trotzdem kommt er für den 31-jährigen Oberländer aus dem Grüt einem Befreiungsschlag gleich. Denn es ist der erste Podestplatz seit September 2019. 2020 fuhr Krummenacher lediglich ein einziges Rennen.
Nun erwartete er zwar nicht gerade von Beginn weg Spitzenränge, doch sein Saisonstart war «harzig», wie er selbst sagt. Und obschon er vorgibt, nie an sich gezweifelt zu haben, gab ihm dieser dritte Rang die Bestätigung, dass das, was er will, eben noch möglich ist: Aufs Podest fahren – und irgendwann auch wieder gewinnen.
Die Siege in der Supersport-WM räumt derzeit ein anderer Schweizer ab, und zwar reihenweise: Dominique Aegerter feierte in Assen die Siege Nummer 4 und 5 in Folge, der Oberaargauer liegt in der Gesamtwertung deutlich in Front. Logisch, dass Krummenacher auch gerne dort stehen würde – auf markige Worte gegenüber seinem Ex-Moto2-Teamkollegen verzichtet er aber. «Rivalität? Nein. Domi macht das sehr gut, er hat es verdient.»

