Die Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr haben Fabienne Schlumpf und ihr Trainer und Lebenspartner Michi Rüegg genutzt, den längst angedachten Disziplinenwechsel vom Steeple auf die Langdistanz früher als geplant zu vollziehen. So startet die Wetzikerin an ihren zweiten Olympischen Spielen in der Königsdisziplin des Laufsports – dem Marathon.
Der Anspruch der Läuferin ist klar: Am Ende ihrer Entwicklung will sie wie einst im Steeple – 2018 holte die 30-Jährige EM-Silber – eine internationale Medaille gewinnen. Bei ihrem Debüt über die 42,195 km bewies Schlumpf im Frühling denn auch ihr grosses Potenzial, indem sie die Olympia-Limite um mehr als drei Minuten unterbot und Schweizer Rekord lief. Mit diesem Erfolgserlebnis macht sich Schlumpf nun auf nach Sapporo, um Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln.
Ihr erst zweites Rennen über die 42,195 km ist gleich der Olympia-Marathon in Sapporo. Das klingt irgendwie verrückt.
Fabienne Schlumpf: Vielleicht ist es wirklich ein wenig crazy. Aber ich plante alles schon lange so. Für mich ist es darum normal. Ich hatte nur diese eine Chance in Bern, mich zu qualifizieren, und bin dankbar, hat es geklappt.
Bei Ihrer Premiere knackten Sie gleich den Schweizer Rekord. Wie nahe waren Sie schon am perfekten Marathon?
Da wir respektive Michi das Rennen selber organisierten, konnten wir es so planen, dass für mich die Umstände perfekt waren. Mit Pacemakern, der Verpflegung und so weiter. Ich fühlte mich bis zum Schluss gut. Aber es gibt sicher Verbesserungspotenzial. Das ist auch gut so.
Welche Rückschlüsse zogen Sie?
In Zukunft will ich die erste Hälfte schneller anlaufen und schauen, was passiert. Ein wenig mehr Risiko eingehen also. In Bern war meine Aufgabe, die Olympia-Limite von 2:29:30 Stunden zu schaffen. Dann muss ich nicht auf 2:20 Stunden anlaufen, um hinten hinaus zu sterben.

