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Darum setzt der neue Deal Sauber unter Druck

Das Hinwiler Formel 1 Team Sauber hat wieder Planungssicherheit – aber muss nun die Chance nutzen, wenn es auch längerfristig Erfolg haben will.

Wer in der Formel 1 eine ­schlechte Nachricht publizieren wollte, für den war die letzte Woche der perfekte Zeitpunkt. Im Vorfeld des GP von Grossbritannien war viel mediales Rauschen: das neue Sprint-Qualifying, die Zulassung von Fans an die Rennstrecke, die Präsentation eines Modells der nächstjährigen, nach einem völlig umgekrempelten Reglement gebauten Autos – Diskussionsstoff gab es rund um das Rennen in Silverstone genug.

Und doch suchten sich Alfa Romeo und die Hinwiler Sauber Motorsport AG diesen Zeitpunkt aus, um über die Verlängerung ihrer Zusammenarbeit zu informieren. Für den Oberländer Rennstall ist es alles andere als eine schlechte Nachricht – und eine, die so nicht unbedingt erwartet worden war. Viele glaubten, die Zeichen stünden eher auf Trennung: ein sportlich stagnierendes Team in einer Rennserie, die sich im Wandel befindet; eine Marke, die ihre neue Identität sucht und mit Jean-Philippe Imparato einen CEO hat, der einmal gesagt haben soll: «Der Motorsport ist tot, solange er nicht elektrifiziert wird.»

Mehr als nur ein Titelsponsoring

Elektrifiziert wird auch die Formel 1, sie ist es mit ihren Hybridmotoren bis zu einem gewissen Punkt schon jetzt. Derzeit wird darüber diskutiert, wie die Antriebe ab 2025 aussehen werden. Nach Gesprächen im Juli wurde ruchbar, dass es sich weiterhin um Hybridmotoren handeln soll, wobei der Elektroanteil deutlich grösser werden und der Verbrennungsmotor mit synthetischem Treibstoff betrieben werden soll. Offenbar gefällt diese Entwicklung Alfa Romeo. CEO Imparato lässt sich nun mit den Worten zitieren, die Formel 1 sei ein «modernes Labor» und «völlig kohärent mit unserer Vision für die kommenden Jahre».

Wohl auch deshalb hat sich die italienische Marke zu einer Weiterführung des Engagements entschlossen, das bezogen auf die Formel 1 zwar lediglich ein Titelsponsoring ist, aber auch dar­über hinaus Bedeutung hat. Es besteht seit 2018 und ist für die Hinwiler vor allem in finanzieller Hinsicht ein Segen. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, doch die Italiener dürften es sich einiges kosten lassen, dass die Boliden wie Alfa-Romeo-Werkfahrzeuge aussehen, obschon sie von Sauber gebaut und betrieben werden.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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