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Auf der Piste der Ungewissheit

Der Mönchaltorfer Simon Marquart bestreitet in Verona den ersten Weltcup seit 14 Monaten – und ist mit Blick auf die Olympischen Spiele sogleich unter Druck.

Beim letzten Weltcup in Shepparton verpasste Simon Marquart den erhofften Finalplatz., Der Mönchaltorfer Simon Marquart ist die Nummer 9 der Welt., Die nächste Chance zur Olympia-Qualifikation bietet sich Simon Marquart in Verona.

Foto: Nico van Dartel / Navada.Net

Auf der Piste der Ungewissheit

Noch drei Monate bleiben bis zu den Sommerspielen in Tokio. Und immerhin elf Schweizer Athleten, darunter auch die Ustermer Ruderin Jeannine Gmelin, sind bereits qualifiziert.

Umso erstaunlicher: Das Selektionskonzept der Sportart BMX fehlt auf der Website von Swiss Olympic. «Es ist nicht ganz einfach. Uns fehlen die Angaben vom UCI», sagt Alexander Wäfler, Leiter Medien von Swiss Olympic. Man sei aber mit dem Dachverband der nationalen Radsport-­Verbände und Swiss Cycling im Kontakt. Und: «Wir gehen davon aus, bald Klarheit zu haben.» Es ist zu hoffen. 

Als Nummer 9 im BMX-Weltranking spricht auch einiges für den Mönchaltorfer ­Simon Marquart. Zumal die Schweiz als Vierte im UCI-Natio­nenranking sogar zwei Quotenplätze zur Verfügung hat. Nur: Die gute Position allein dürfte ihm für eine Reise nach Japan nicht reichen. Ein Top-8-Platz bei einem Weltcup – und damit ein Finalplatz – ist gefordert, um sich für Olympia zu qualifizieren. Und dieser fehlt ihm.

Die Krux: Seit Februar 2020 fand überhaupt kein Weltcup mehr statt. Marquart klassierte sich damals in Australien auf den Rängen 24, 34 und 9 – das ist zu wenig. Dafür brachte sich Renaud Blanc hinter dem Weltranglistensechsten David Graf in die Poleposition. Der Genfer, im Ranking nur auf Platz 22 geführt, schaffte den benötigten Finaleinzug im Weltcup und wurde in Down Under einmal Fünfter.

Kaum Wettkämpfe

Und seither? Marquart fuhr im September einen Europacup in Verona und holte sich noch SM-Gold. Es blieben Corona-bedingt die einzigen Wettkämpfe. Und der Titel nützt ihm trotz dem starken Ausrufezeichen gegenüber der nationalen Konkurrenz mit Blick auf Olympia nichts.

Für den 24-Jährigen ist die Zwangspause Fluch und Segen zugleich. Marquart konnte dafür seine Kniebeschwerden auskurieren, die ihn lange geplagt hatten. Und er fand Zeit, neue Trainingsformen auszuprobieren, die in ­einer normalen Saison nicht möglich gewesen wären. 

Wettkämpfe bleiben aber auch heuer rar. Immerhin: Anfang ­April glückte ihm bei einem internationalen Rennen in Verona in einem kleinen, aber recht starken Feld mit Platz 8 der Start ins Olympia-Jahr. Womöglich ist die Finalteilnahme sogar ein gutes Omen.

Nur gerade zwei Weltcups mit vier Rennen sind mit Blick auf die Olympia-Qualifikation im Programm verblieben. Und erster Austragungsort ist im Mai ausgerechnet wieder Verona. Dies, weil der ursprüngliche Veranstalter Stuttgart aufgrund der auferlegten Beschränkungen die Austragung absagen musste.

Dasselbe Schicksal könnte auch noch die finalen Wett­kämpfe von Ende Mai in Bogotá ereilen. Relevante BMX-Nationen wie Holland, Frankreich oder Australien sollen aufgrund der unsicheren Lage gar nicht erst anreisen wollen. Auch Marquart ist hin- und hergerissen. Der ­lange Flug, um dann bei einem positiven Test doch nicht starten zu dürfen. «Das Risiko ist gross», findet er.

Marquart & Co. nehmen die Lage ernst. In Verona werden sie sogar für einmal statt im Hotel in einem Airbnb mit eigenem Koch wohnen. Der Fall, dass ein BMX-Kollege sich in einem Restaurant ansteckte, hat die Fahrer zusätzlich sensibilisiert.

Zolder statt Bogotá?

Ein möglicher Ersatzort für den Wettkampf in der kolumbianischen Hauptstadt wäre Zolder. Dort ist im Mai ohnehin ein Euro­pacup eingeplant. Auf der Bahn hatten schon Weltcups und Weltmeisterschaften stattgefunden. «Es ist nicht die Beste – aber für einen Qualifikations-Event reicht sie», findet Marquart.

Ihm käme ein Wechsel des Austragungsorts gelegen. Schon deshalb, weil er im Anschluss der Rennen von Verona für zehn Tage in ein Trainingslager nach Papendal reist. ­Knappe zwei Autostunden wäre er so nur von Zolder weg. 

Wie auch immer: Entscheidend für Marquart ist, dass er überhaupt die Gelegenheit bekommt, um den nötigen Finalplatz zu erreichen. Swiss Olympic hätte dadurch die Entscheidungsgrundlagen. Losgelöst davon wirkt die anhaltende Ungewissheit für einen Profisportler, der jahrelang auf ein so ­grosses Ziel hinarbeitet, eher ­unglücklich.

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