Sauber holt zweiten Ersatzfahrer
Am Freitag im ersten freien Training in Portimao wird ein ungewohntes Gesicht im C41-Ferrari sitzen: Callum Ilott bestreitet seinen ersten offiziellen Einsatz an einem Rennwochenende für das Hinwiler Team Alfa Romeo. Ganz neu ist der 22-jährige Brite im Sauber-Umfeld nicht: Ilott testete bereits 2019 und 2020, damals als Ferrari-Nachwuchsfahrer. Bitter: Gleich beim ersten Test in Barcelona baute er einen Unfall und sprach danach vom «Tiefpunkt meiner Karriere».
Jetzt ist Ilott mehr als nur einen Schritt weiter: Er ist nun offizieller Reservepilot von Alfa Romeo. Diese Funktion bekleidet zwar bereits Robert Kubica. Doch der Pole, der 2008 unter BMW-Ägide in Kanada für den bisher einzigen Sauber-Sieg in der Formel 1 sorgte, fährt auch Langstreckenrennen. Ilott soll ihn vertreten, wenn Kubica unabkömmlich ist.
Gegen Schumacher den Kürzeren gezogen
Ilott galt in der letzten Saison bereits als Kandidat für das Sauber-Cockpit, über dessen Besetzung Ferrari zumindest mitbestimmt. Der Brite wurde 2020 in der Formel 2 mit drei Rennsiegen und drei weiteren Podestplätzen Vize-Meister hinter Mick Schumacher.
Letzterem gelang der Aufstieg in die Formel 1 (zu Haas) – Ilott hingegen musste sich mit der Ersatzfahrerrolle bei Ferrari zufriedengeben.
«Die zwei bisherigen Tests mit dem Team waren extrem nützlich um mich daran zu gewöhnen, wie ein Formel-1-Team funktioniert», wird Ilott im Communiqué zitiert. «Ich kann es kaum erwarten, ins Auto zu steigen und dem Team bei der Weiterentwicklung zu helfen.»
«Einer der talentiertesten Nachwuchsfahrer»
Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur
Für Teamchef Frédéric Vasseur ist Ilott jedenfalls «einer der talentiertesten Nachwuchsfahrer, der jedes Mal, wenn er mit uns arbeitete, einen bleibenden Eindruck hinterliess dank seiner Einstellung und seinem guten Feedback.»
Dass er nun von den Hinwilern an einem Rennwochenende offiziell eingesetzt wird, ist ein gutes Zeichen für den 22-Jährigen. Ob er sich deshalb aber berechtigte Hoffnungen auf ein Cockpit in der Saison 2022 machen darf, bleibt hingegen offen – dafür gibt es zu viele Variablen. Schliesslich wurden auch schon Fahrer in freien Trainings eingesetzt, weil ihr Umfeld oder ein Sponsor dafür Geld auf den Tisch legte. Dieser Ruf allerdings eilt dem Briten nicht voraus.

