Die Rollen waren sogleich klar verteilt. Nils Stump dominierte an den Europameisterschaften im Bronzeduell deutlich das Geschehen, sodass am Ende der Sieg über den Italiener Giovanni Esposito nicht überraschte.
Der Ustermer gefiel in den fünf Kämpfen nicht nur mit offensivem Judo und Standhaftigkeit – er erfüllte mit seinem Coup in der Klasse bis 73 kg auch seine persönlichen Erwartungen. Nach Platz 5 im Vorjahr hatte er auf eine Medaille gehofft. Und doch sagte er hinterher fast etwas bescheiden: «Das ist schon ein gutes Resultat.»
Das mit ihm zu rechnen ist, wurde in Lissabon schnell klar. Zwar tat sich Stump im Auftaktkampf gegen Bayram Kandemir (TUR) noch etwas schwer. Spätestens nach dem Erfolg über Fabio Basile (ITA), dem Olympia-Sieger von Rio de Janeiro in der Kategorie bis 66 kg, war er aber auf Kurs.
Dem konnte auch der unorthodox kämpfende Schwede und vierfache EM-Medaillengewinner Tommy Macias nichts entgegensetzen. Als zu stark erwies sich so einzig der spätere Europameister Akil Gjakova aus dem Kosovo.

