Er wirkt eigentlich wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Aber nicht im negativen Sinne eines Relikts, das keiner mehr brauchen kann – im Gegenteil: Egal, wer gerade Trainer der Grasshoppers war, Christoph Born gehörte immer zum Staff. Seit bald zehn Jahren trainiert der Ebmatinger die GC-Torhüter. 13 Trainerwechsel (zählt man Interimslösungen mit) hat er in dieser Zeitspanne über sich ergehen lassen müssen. –
«Ich ging relaxed mit den Wechseln um. Mit der Zeit wirst du abgehärtet», sagt Born. Dass er bisher sämtliche Stürme überstand, erfüllt ihn auch mit Stolz. «Es ist nicht selbstverständlich, dass die Trainer sagten, sie wollten mit mir weitermachen.»
Den nächsten Trainerwechsel bei GC wird er nicht mehr erleben – denn nun ist es Born, der wechselt. Ab Sommer steht er bei den Young Boys unter Vertrag. Es ist nicht ein Wechsel, den er gesucht hatte, weil er bei den nach aussen bisweilen chaotisch anmutenden Grasshoppers die Nase voll gehabt hätte. «Hätte ich genug gehabt, wäre ich vor vier Jahren schon davongelaufen», sagt Born.
In der Goalie-Blase lebt es sich leichter
Aber trotz allen Irrungen und Wirrungen ist GC für ihn eine Art Komfortzone. Nicht nur, weil der Arbeitsweg kurz ist. Sondern, weil er mit den Goalies eine Sonderrolle einnimmt, quasi in einer eigenen Blase arbeiten kann. «Natürlich gab es Ups und Downs. Aber solange mir dieser Job Spass macht, spielt die Situation des Klubs eine untergeordnete Rolle – auch wenn es einfacher ist, wenn man keine Niederlagenserie hat.»

